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Ostern in Crostwitz (Jutry w Chrósćicach)

Ostern in Crostwitz muß man erlebt haben. Man hat den Eindruck, die gesamte sorbische Bevölkerung und Umgebung sind österlich, festlich gestimmt. Das Haleluja hört man nicht nur zur heiligen Messe, sondern auch in der Öffentlichkeit.

An der Spitze der Osterreiterprozession werden die Kirchenfahnen, das Kreuz und die Statue des Auferstandenen getragen.
Der Pfarrer übergibt dem Führer der Prozession an der Kirche das Kreuz und segnet alle Osterreiter: " Überbringt allen die frohe Botschaft der Auferstehung Christi, reitet im Gottes Namen!"

In der Osternacht oder am Ostersonntagmorgen besuchen die Osterreiter die heilige Messe. Die Reiter, die zum ersten Mal mitreiten, bekommen ein Myrthenkränzchen und die Jubilare entweder ein silbernes oder goldenes Kränzchen gesegnet und überreicht. Das Kränzchen wird am Gehrock festgesteckt.
Festlich gekleidet im Gehrock und Zylinder steigen die Osterreiter auf ihre geschmückten Pferde. Unterwegs in der Prozession singen die Männer in den Ortschaften österliche Kirchenlieder, außerhalb jedoch den Rosenkranz und Litaneien.

Die Wurzeln dieses österlichen kirchlichen Brauches sind nicht bekannt. Oft wird auf einen vorchristlichen Brauch des Umreitens der Felder und Wiesen im Frühjahr hingewiesen.
Schon vor der Reformation waren solche österlichen Prozessionen überall in Mitteleuropa bekannt. Mit den Kreuzritterfeldzügen zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert hat dies jedoch nichts zu tun.
Nach der Reformation hat sich das österliche Reiten nur noch in den katholischen Gemeinden gehalten.
Das Aufklärertum im 18. Jahrhundert wirkte sich so aus, indem die Bischöfe und Klöster anfingen, einige alte Bräuche zu verbieten. Dies begründeten sie mit der Modernisierung der Kirche.  
So wies die Äbtissin des Klosters St. Marienstern den Crostwitzer Pfarrer an zu vermelden, dass die Osterreiterprozession verboten sei und er die Kirchenfahnen nicht herausgeben dürfe. Die Männer besorgten sich jedoch neue Fahnen und die Prozession fand trotzdem statt. Seit dieser Zeit reitet die Crostwitzer Osterreiterprozession mit zwei Fahnenpaaren.
Selbst in der Zeit des Nationalsozialismus und auch in den letzten Kriegstagen 1945 wurde geritten. Damals bestand der Befehl, sorbische hl. Messen und Prozessionen in deutsch abzuhalten und später ganz zu beseitigen, dies galt auch für die Osterreiterprozession.
Die Versuche, das sorbische Glaubensbekenntnis der Sorben zu beseitigen, blieben ohne Erfolg.

"Wir können mit gutem Recht sagen, daß in unserem sorbischen Volk Ostern als Höhepunkt des Kirchenjahres gefeiert wird, und die österliche Botschaft Grundlage unseres Lebens ist. Ostern macht aus unserem Leben ein einziges Fest!"         (aus der Predigt von Pfarrer Cl. Rehor) 

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