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Horka • Hórki – auf Granit gebaut

Bedeutung des Ortsnamens

Horcka (horka, altsorbisch gorka = kleiner Berg) Der deutsche Ortsname leitet sich von der ursprünglichen sorbischen Bezeichnung ab, die so viel wie „mehrere Hügel“ bedeutet (hórka = Hügel) und auf die Lage des Ortes verweist.

Historisch-statistische Angaben »   

Der Steinbruch – früher Arbeit, heute Tauchsport

 

Horka war in der Vergangenheit umgeben von mehreren Granitsteinbrüchen, in denen von 1812 bis 1983 heller feinkörniger Granodiorit abgebaut wurde. Es war damals eines der einträglichsten Gewerke der Region.

Verblieben sind sechs Restlöcher, von denen heute das größte mit einer Wasserfläche von 3,7 ha und einer Wassertiefe von 35 m als Tauchgewässer genutzt wird. Dieses zieht viele Freunde des Tauchsports aus ganz Deutschland und dem Ausland an. Das Gewässer ist seiner Tiefe und des reinen Wassers wegen sehr beliebt.

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Der Sportplatz – früher Fußball, heute Pferdesport

 

Nach der Gründung des Sportvereins 1951 in Horka wurde 1955 der Sportplatz gebaut. 1963 wurde das Sportlerheim eingeweiht.

Heute dient der Sportplatz dem Reitsportverein „Am Klosterwasser“ Panschwitz-Kuckau für seine jährlich stattfindenden Spring- und Reitprüfungen.

Im ehemaligen Sportlerheim bietet Müller´s Küchenmeisterei gastronomische Dienstleistungen mit höchsten Ansprüchen.

 

 

Der Vierseithof Schmole

 

Der jahrelang liebevoll sanierte und ausgebaute Vierseithof aus dem 18./19. Jahrhundert ist heute ein wahres Kleinod in Horka. Es ist ein beliebter Ort zum Erholen und zum Feiern. Ob Hochzeit oder kulturelle Veranstaltung, auf dem Hof der Familie Schmole wird jedes Fest zum Erlebnis. Die vorhandenen Übernachtungsmöglichkeiten sind dabei sehr willkommen.  

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Stolperstein für ermordete katholische Sorbin jüdischer Herkunft

 

1918 brachte eine junge Jüdin aus Dresden bei guten Bekannten der Familie in Horka ein uneheliches Kind zur Welt und ließ es dort zurück. Das Mädchen Annemarie wuchs als katholische Sorbin auf, bis sich ihre Spur 1943 verliert. Für sie wurde 2014 vor ihrem Geburtshaus ein Stolperstein verlegt, der erste in sorbischer Sprache.

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Denkmal für die Soldaten beider Weltkriege

 

Im Jahr 1933 haben die Horkaer den Soldaten des Weltkrieges 1914 bis 1918 ein würdiges Denkmal gesetzt. Bildhauer Günther aus Kamenz schuf aus Sandstein einen Soldaten von menschlicher Größe. Er steht heute auf einem Granitsockel in der Mitte des Ortes. 1993 wurde zur vorhandenen Erinnerungstafel eine zweite mit 16 Namen gefallener Dorfbewohner des 2. Weltkrieges hinzugefügt.

 

 

Drei sorbische Schriftsteller aus drei Horkaer Steinarbeiterfamilien

 

Jurij Chěžka (1917 - 1944)

Er gilt als einer der ersten Vertreter der modernen sorbischen Poesie und fortschrittlichster Vertreter der sorbischen Literatur seiner Zeit. Seinen Namen trägt die Schule in Crostwitz.

 

Jan Wornar (1934 – 1999)

Er verfasste neben seiner Tätigkeit als Lehrer vor allem Kinder- und Jugendbücher. Eines seiner erfolgreichsten war Čapla a Hapla (1969; deutsch: Im Lande des Riesen).

 

Jurij Koch (* 1936)

Er war Redakteur und Reporter beim Rundfunk und ist ab 1976 freischaffender Schriftsteller. In seinen Werken thematisiert er immer wieder die Problemfelder der Braunkohlegewinnung und die damit verbundene Zerstörung von Landschaft und Heimat. Heute lebt er in Cottbus/Sielow.

www.jurij-koch.de

Die Chronik von Horka

Der erste urkundliche Beleg für den Ort ist vielleicht der 1374/82 erwähnte Räckelwitzer Einwohner Hannos Harke. Ein Zusammenhang zwischen seinem und dem Namen des Ortes ist aber nicht erwiesen.

1778-1
1778-2

1657

Ortsname Horcka (horka, altsorbisch gorka = kleiner Berg)

1703

Die uns erste bekannte Statistik hat Pfarrer Sende aus Crostwitz in diesem Jahr erstellt. In Horke gibt es 18 Häuser, 84 Katholiken und 3 Protestanten.

1777

Die soziale Gliederung des Trachtengebietes 1777:

- Bauern 5

- Gärtner 14

- Häusler 14

1778

Für den Bau der Rosenthaler Kirche wurde für das Fundament unter anderem auch Stein aus Horka verarbeitet.

1812

In Horka begann die systematische Steingewinnung. Seit 1812 wurde dort ein heller feinkörniger Granodiorit gebrochen.

1839

Am 28. Februar 1839 wurde für die Gemeindewahlen das Gemeindebuch zu Horke begonnen.

1871

Crostwitz ist die größte Kirchgemeinde, zu ihr gehören 3559 Katholiken, davon leben 3058 in den Orten der Kirchgemeinde und 501 in den Orten der lutherischen Kirchgemeinde. Im Ort Horka selbst sind es 177 Katholiken.

1884

In Horka leben 230 Personen mit einem Sorbenanteil von 98 %.

1900
1933
1959-1
1959-2
1960-1
1960-2
1983-1
1983-2
1985
1990
1991-1
1991-2
1993
1999

1900

Bis zum Jahre 1900 waren es ausschließlich Sorben, die im Steinbruch arbeiteten. Unter ihnen waren auch viele Jugendliche aus Horka und den umliegenden Ortschaften, die diese schwere körperliche Arbeit als Steinbrecher verrichteten.

1901

Herr Karl Halbach kaufte im Jahr 1901 vom Räckelwitzer Rittergut, das ca. 20 ha Boden, Wälder, Teiche und vor allem den Berg (heutiger Steinbruch) umfasste, für 142.000 Mark. Herr Halbach war  gelernter Schmied und konnte somit seinen Arbeitern fachliche Hinweise geben. Nach und nach schaltete er alle Konkurrenten aus, vor allem einen gewissen Herrn Lebsa aus Nucknitz. Den Abtransport zu den Baustellen, auf die Straßen und zum Bahnhof nach Neschwitz verrichteten hauptsächlich Bauer Haufe und Bauer Müller aus Horka mit ihren Pferdegespannen.

1906

Am 10. August 1906 wurde die Horkaer Feuerwehr gegründet.

1910

Im Januar wurde der Weg zwischen Doberschütz und Horka gebaut.

Es wurde beschlossen, den Gemeindebrunnen nicht zuzuschütten, sondern ihn von den Anliegern nutzen zu lassen.

Der Kommissionsweg Räckelwitz ‒ Horka soll gepflastert werden.

1912

Viehzählung vom 2. Dezember 1912 in Horka: 11 Pferde, 125 Rinder, 213 Schweine, 45 Ziegen, 320 Geflügel und 29 Bienenstöcke

1915

Carl Halbach beantragte den Bau einer Steintransportbahn. Da diese durch die Gemeindeaue führen sollte, wurde der Antrag vom Gemeinderat abgelehnt.

Mitte des ersten Weltkrieges erbaute Halbach den ersten großen Metallkran im Steinbruch.

1919

Im Jahr 1919 ließ sich Herr Halbach auf dem Weg von Räckelwitz nach Horka eine Villa erbauen.

1926

Der Beitritt zum Landesverband Sächsischer Gemeinden der nicht berufsmäßigen Bürgermeister wurde genehmigt und das neue Ortsgesetz angenommen.

Beschlossen wurde die Neubeschotterung des Kommunikationsweges von Horka nach Jeßnitz auf ca. 500 m Länge.

1927

Der Antrag auf elektrische Dorfbeleuchtung wurde genehmigt, zur Finanzierung soll etwas Holz auf dem Berg verkauft werden.

1928

Die Sicherheitstafeln für den Kraftfahrverkehr wurden bestellt und aufgestellt.

Es wurde beschlossen, dass der Rest des Crostwitzer Weges bis zur Bäckerei und anschließend der Weg nach Jeßnitz erneuert werden müssen.

1930

Der Weg von den Steinbrüchen nach Räckelwitz wird mit Schotter erneuert.

Da die Schule in Crostwitz erweitert werden soll, gedenkt die Gemeinde Horka, nun eine eigene Schule zu bauen.

Es wurde beschlossen, nächstes Jahr in Horka eine neue Schule zu bauen, nördlich des Dorfes, damit die Doberschützer sich anschließen können. Der Bauplatz sowie ein größerer Teil des Baumaterials ist schon vorhanden.

Nach der Volkszählung in diesem Jahr leben hier 222 Einwohner.

1933

Seit Jahren sind die Vorbereitungen unserer Einwohner im Gange, den Soldaten des Weltkrieges 1914 bis 1918 ein würdiges Denkmal zu setzen. In diesem Jahr schuf der Bildhauer Günther aus Kamenz aus Sandstein einen Soldaten von menschlicher Größe. Er steht auf einem stabilen Sockel aus Granit.

1950

Wiederinstandsetzung des Feuerlöschteiches, der durch einen Bombenabwurf zerstört wurde.

1951

Im Juni wurde der Sportverein gegründet.

1955

Der sorbische Bevölkerungsanteil beträgt 1955 89,2 %.

Überblick über die Trachtenträgerinnen 1955:

Trachtenträgerinnen insgesamt 70

        darunter unter 24 Jahre 1

        jüngste Trachtenträgerin 20

        älteste Trachtenträgerin 79

In diesem Jahr wurde von den Horkaern ein neuer Sportplatz gebaut.

1960

In diesem Jahr gründeten die Bauern die LPG Typ I „Am Stein“.

Etwa in dieser Zeit wurde der Ort nach Norden hin um neue Anlagen wesentlich erweitert. Dazu zählt ein Stadion und ein Mehrzweckgebäude mit Gaststätte, Übernachtungsmöglichkeiten und Kegelbahn.

1963

Einweihung des Sportlerheimes und symbolische Übergabe des Schlüssels durch den Vorsitzenden des Rates des Kreises Kamenz Herrn Garten.

1965

Im Juli reiste eine 40 Mann zählende sorbische Sportdelegation aus Horka in die benachbarte ČSSR.

1968

Bis 1968 hatte der Ort Horka einen privaten Bäcker Noack.

1970

Der Steinbruch der Firma Halbach ging in den VEB Lausitzer Granit Demitz-Thumitz über.

1972

Die LPG Typ I schloss sich mit drei anderen LPG´s zur LPG Typ III „Steinteich“ Horka zusammen.

1973

In den fünfziger Jahren bestand in Crostwitz bereits eine leistungsfähige LPG Typ III. Am 1. Januar 1973 schlossen sich die Feldbauabteilungen der LPG Typ III Piskowitz, Nucknitz, Crostwitz und der LPG Typ I Horka und Ralbitz zur Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion Sorabia Crostwitz zusammen.

1974

Zusammenschluss der Orte Horka, Prautitz, Nucknitz, Kopschin und Caseritz zur Großgemeinde Crostwitz. Das Territorium umfasst 13,32 km2.

1975

Zusammenschluss der Sportgemeinschaften BSG Traktor Ralbitz und SG Horka

1976

Bau der Verkaufsstelle für die Konsumgenossenschaft

1977

Die LPG Typ III von Horka hat sich in diesem Jahr der LPG (T) Piskowitz angeschlossen.

1980

Der verstaatlichte Steinbruch „Halbach“ stellte seine Spellarbeiten (ca. 40 Arbeiter) 1980 ein.

1983

Die letzte 64 m tiefe und 160 m breite Abbaustelle wurde geschlossen. Die meisten Steinarbeiter fanden im Bruch bei Miltitz einen neuen Arbeitsplatz.

1985

In diesem Jahr wurde unter der Leitung des Bezirksbodendenkmalpflegers das absturzgefährdete Hügelgrab 1 nordöstlich von Horka zum Teil ausgegraben. Da das an der Sandgrubenkante liegende Grab schon zu einem Drittel abgebrochen war, musste mit einer Notbergung die archäologische Situation geklärt werden. Unter der Rasennarbe auf der Steinpackung lag die erste Scherbenschicht. Wahrscheinlich haben auf dem Hügel einmal Opfergefäße gestanden. In dem etwa 2 Meter mächtigen Steinbau befanden sich wenige Scherben und Leichenbrand. Unter einem Teil des Hügels befand sich eine mit Holzkohle durchsetzte Brandschicht. Hier ist vermutlich zu Ehren des Verstorbenen eine symbolische Verbrennung durchgeführt worden.

In diesem Jahr wurden in den Orten Crostwitz, Horka und Caseritz die Feuerlöschteiche im Gesamtwert von 70.000 Mark rekonstruiert bzw. neu erbaut.

1987

In diesem Jahr wurden 305 Einwohner gezählt.

1989

Fertigstellung der Trafostation in unserem Ort.

1990

Viele Haushalte haben kaum Wasser und müssen es mit Fässern nach Hause transportieren.

In diesem Jahr wurde die Dorfbeleuchtung durch die Firma Jakubasch in allen Ortsteilen in Ordnung gebracht.

1991

Im Juli 1991 besuchte der SPD-Spitzenpolitiker und Ministerpräsident von Schleswig--Holstein Björn Engholm unseren Ort.

1992

Im Januar 1992 verabschiedete die Gemeinde Crostwitz mit 9 Dafür-stimmen und 2 Stimmenthaltungen die Feuerwehrsatzung der Gemeinde Crostwitz mit seinen Kommandostellen Horka und Nucknitz.

Baubeginn der Verlegung der Trinkwasserleitung und Erdgasleitung im Ortsteil Horka. Die Bausumme beträgt rund 700 TDM. Die Finanzierung wurde durch den Beitritt zum Trinkwasserzweckverband Kamenz vom Verband getragen.

Am 18.08. kauft die Gemeinde die Verkaufsstelle, die 1976 auf kommunalem Grund und Boden gebaut wurde. Der Kaufvertrag wurde mit dem Verwalter über das Vermögen der Konsumgenossenschaft Ostsachsen e.G. aus Dresden abgeschlossen.

Die Kinder der 1. bis 4. Klasse aus dem Ortsteil Horka sollen ab dem Schuljahr 1992/93 nach Crostwitz zur Schule gehen.

Am 22.12. wurden dem Jugendklub durch Fördermittel angeschaffte Spiel- und Sportgeräte übergeben.

Im Dezember wurde die Mülldeponie saniert und eine Neubepflanzung vorgenommen.

1993

Auf dem Dorfplatz wurde das Denkmal des Soldaten abgetragen, die Granitplatte sowie der Soldat selbst gründlich gereinigt und restauriert. Zu der vorhandenen Erinnerungstafel des 1. Weltkrieges kommt noch eine weitere für die gefallenen Soldaten des 2. Weltkrieges hinzu (16 Dorfbewohner). Diese wurde vom Bildhauer Dünnbier aus Großschönau angefertigt.

1994

Am 23. August 1994 wurde mit der Fertigstellung der zentralen Trinkwasserversorgung die Löschwasserversorgung erheblich verbessert. Sechs Unterflurhydranten sichern für den gesamten Ort die Löschwasserversorgung ab.

1996

Laut Gemeindestatistik leben in unserem Ort 150 weibliche und 156 männliche Personen.

Mit Hilfe der Gemeinde und von Sponsoren sowie den Mitgliedern der Sportsektion Kegeln wurde die Kegelbahn binnen vier Monaten erneuert.

1997

Im September wurden 50 m Kanalisation ausgebessert und der Bürgersteig erneuert.

Im Oktober wurde die Fassade der Dorfkaufhalle erneuert und die Sirene umgebaut.

Die Bushaltestelle wurde erneuert.

1999

Im April 1999 wurde die Feuerwehrsatzung der Gemeinde Crostwitz überarbeitet. Somit hat die Gemeinde Crostwitz drei Ortswehren mit Ortswehrleitern und einen Gemeindewehrleiter.

In diesem Jahr wurden 316 Einwohner gezählt.

Ende Juli haben ABM-Kräfte um den Feuerlöschteich einen Drahtzaun errichtet. Somit ist eine Unfallquelle beseitigt und das Dorfbild verschönert.

Der letzte Steinbruch wurde noch bis 1980 bewirtschaftet und dient heute mit einer Wasserfläche von 3,7 ha und einer Wassertiefe von 35 Metern als ideales Tauchgewässer. Dieses Gewässer wird von der ansässigen Tauchschule Aqua Pur aus Bamberg bewirtschaftet.

2004

2000

Überblick über die Trachtenträgerinnen 2000:

‒        Trachtenträgerinnen insgesamt 13

‒        darunter unter 24 Jahre 0

‒        jüngste Trachtenträgerin 63

‒        älteste Trachtenträgerin 90

Laut Gemeindestatistik leben in unserem Ort 152 weibliche und 153 männliche Personen, verteilt auf 92 Haushalte.

2003

Bau des Buswartehäuschens.

2008

Neubau des Spielplatzes.