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Crostwitz • Chrósćicy – weit über seine Grenzen hinaus bekannt

 

Bernhard II. von Kamenz ließ wahrscheinlich an der Stelle einer früheren heidnischen Kultstätte die erste Kirche bauen, die den Aposteln Simon und Judas Thaddäus geweiht wurde. Damit entstand hier eine der ersten christlichen Kirchgemeinden der Umgebung. Die heutige Pfarrkirche wurde von 1769 bis 1771 als schlichter Barockbau (Rokokostil) erschaffen und vom sorbischen Bischof Jakob Johann Wosky von Bärenstamm am 27.10.771 geweiht.

 

 

Bedeutung des Ortsnamens

Der Ortsname ist – wie bei Crostau – vom altslawischen Wort chróst für „Gebüsch“ abgeleitet (vgl. obersorbisch chrósćina = Gestrüpp, Buschwerk).[Quelle: Ernst Eichler, Hans Walther: Ortsnamenbuch der Oberlausitz – In: Deutsch-slawische Forschungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte. Band 28. Akademie-Verlag, Berlin 1975, S. 150. 2] Crostwitz wurde im Jahre 1225 erstmals geschichtlich erwähnt. Die erste urkundliche Erwähnung des an der Via Regia gelegenen Ortes Crosticz stammt aus dem Jahre 1248.

Historisch-statistische Angaben »

Internationales Folklorefestival auf Crostwitzer Bauernhöfen

 

Viele kennen Crostwitz durch das Internationale Folklorefestival, das hier aller zwei Jahre stattfindet. Während Folkloregruppen aus aller Welt tausende Zuschauer aus Nah und Fern mit ihren Darbietungen begeistern, verwöhnen die Crostwitzer die Gäste auf ihren Bauernhöfen mit kulinarischen Spezialitäten.

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Fußball bis in die Landesklasse

 

Der Fußball ist unser Leben ‒ so spielen unsere sechs Mannschaften immer wieder in den vorderen Positionen und haben es bis in die Landesklasse geschafft. Mit 150 Mitgliedern ist die SG Crostwitz 1981 e.V. der stärkste Verein unserer Gemeinde.

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Crostwitzer Passionsvereinigung ist Mitglied der Europassion

 

Auf europäischer Ebene ist auch die Crostwitzer Passionsvereinigung. 2017 ist sie der Vereinigung Europassion beigetreten, die unter dem Motto „Der gleiche Glaube, das gleiche Ideal“ über 80 Passionsspielorte aus 16 Ländern Europas zusammenschließt. Aller 10 Jahre werden in Crostwitz Passionsspiele mit mehr als 240 mitwirkenden Laien aufgeführt.

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Schönste Erntekrone Sachsens

 

„Crostwitzer Dorfverein setzt dem Landeserntedankfest die Erntekrone auf“, so konnten wir am 14. September 2009 in der Sächsischen Zeitung lesen. Damals wurde unsere Erntekrone in Bischofswerda zum ersten Mal als Schönste Sachsens gekürt. Auch 2012 in Sebnitz, 2016 in Torgau und 2018 in Coswig belegten unsere Kronen jeweils den 1. Platz auf Landesebene.

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Pilgerherberge auf dem Pilgerweg

 

Durch Crostwitz führt der Ökumenische Pilgerweg Via Regia von Görlitz nach Vacha. Es vergeht wohl kaum ein Tag im Sommerhalbjahr, an dem keine Pilger durch unseren Ort kommen. Manch einer übernachtet in der Pilgerherberge, um Kraft für den nächsten Tag zu schöpfen. Und einige kommen im Winterhalbjahr wieder, um uns im Rahmen des Kulturwinters von ihren Erlebnissen auf dem Pilgerweg zu berichten.

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Ökumenischer Pilgerweg Via Regia »

 

 

Gedenkorte: Die kleine Kapelle mitten im Ort

 

Die kleine Kapelle mitten in Crostwitz soll an die vielen zumeist jungen Menschen aus unseren Dörfern erinnern, die in den beiden Weltkriegen gefallen oder vermisst sind. Sie wurde am 27. Dezember 1925 eingeweiht. Vor der Statue der Muttergottes brennen täglich Kerzen. Am Mittwoch vor der Karwoche beten die Gläubigen vor der Kapelle den Rosenkranz.

Eine Gedenktafel in der Kapelle erinnert an den Besuch des Nuntius Eugen Pacelli, den späteren Papst Pius XII (1939-1958), am 27. Juni 1921 in Crostwitz.

 

 

Denkmal für gefallene polnische Soldaten

 

In den letzten Apriltagen 1945 kam es zwischen Elstra, Panschwitz-Kuckau und Horka  zu schweren Kämpfen, denen etwa 2000 Soldaten der zweiten polnischen Armee zum Opfer fielen. Ihnen zu Ehren wurde das weithin sichtbare Denkmal auf Fulks Hügel errichtet.

Am 28. April eines jeden Jahres kommen Touristen und Delegationen mit Kriegsveteranen aus Polen, um ihren gefallenen Landsleuten die Ehre zu erweisen.

Am 20. September 1975 besuchte es der spätere Papst Johannes Paul II. als Krakauer Kardinal Karol Wojtyła.

 

 

Der Galgenberg – auch heute noch in aller Munde

 

Wer von uns Einheimischen kennt ihn nicht, den Galgenberg an der Straße nach Jeßnitz? Wohl kaum jemand weiß jedoch, wann hier die letzte Hinrichtung stattfand. Es war am 31. August 1804.

In der Nacht vom 8. zum 9. Februar 1802 hatte ein gewisser Jakob Kmetsch, Paulusch genannt, in Caseritz geboren und in Storcha verheiratet, beim Bauern Robel in Höflein Feuer gelegt. Halb Höflein ist damals abgebrannt, viel Vieh verendet. Dieser Kmetsch war dann der letzte, der auf dem Crostwitzer Galgenberg enthauptet und verbrannt wurde. Die Kapläne Jakob Ziesch und Michael Haschke haben ihn auf den Tod vorbereitet und zum Galgenberg begleitet. (Quelle: Krajan 3)

 

 

Die Wiege eines Bischofs stand hier

 

Jakob Johann Josef Wosky von Bärenstamm (obersorbisch Jakub Jan Józef Wóski z Baerenstamma; * 26. Juli 1692 in Crostwitz, Sachsen; † 3. Dezember 1771 in Bautzen) war von 1743 bis zu seinem Tod Dekan des katholischen Kapitels St. Petri in Bautzen und Apostolischer Präfekt des Bistums Meißen in den beiden Lausitzen. Wosky empfing als erster der Bautzener Dekane auch die Bischofsweihe. Er hat 1771 unsere heutige Kirche geweiht.

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Die Chronik von Crostwitz

Zum ersten Male wird Crostwitz am 19. Mai des Jahres 1225 geschichtlich erwähnt, in der Person des Henricus de Crostiz. Dem nach seinem Sitz Crostwitz (Crostiz; aus dem altsorbischen Chrostica, zu chrost = Gesträuch) sich benennenden ritterlichen Geschlecht begegnen wir nicht allzu häufig.

Bernhard II. von Kamenz ließ wahrscheinlich an der Stelle einer früheren heidnischen Kultstätte die erste Kirche bauen. Geweiht wurde die Kirche den Aposteln Simon und Judas Thaddäus, Heiligen, denen wir übrigens unseres Wissens als Kirchenpatronen in der Oberlausitz sonst nicht begegnen.

1248

Der Ortschaft Crostwitz, an der alten, ursprünglich von Kamenz über Nebelschütz verlaufenden Via Regia ‒ Königliche Straße ‒ gelegen, begegnen wir urkundlich zum ersten Mal im Jahre 1248, jedoch wird es in alten Akten bis ins 16. Jahrhundert hinein vorwiegend „Crosticz“ geschrieben.

1374

Die Nennung zweier Tabernen (Wirtshäuser) im Zinsregister 1374/82 und die 563 ha große Flur deuten auf einst zwei getrennte Ortschaften hin.

1380

Das Dorf Crostwitz hieß 1380 Crosticz. Es hatte 13 Bauernstellen zu 1 Hufe, 10 Stellen zu einer halben Hufe und 12 Gartennahrungen. Außerdem hören wir von zwei Gutshöfen oder Allodien einer Schenke, einer Niederschenke, einer Schmiede und einer Mühle. Die Dorfflur betrug, ohne die Gartennahrungen, 18 Hufen. Die Größe einer Hufe ist nicht mehr bekannt und variierte zwischen den Ortschaften.

In demographischer Hinsicht überragt das alte sorbische Dorf Crostwitz alle umliegende Orte. Schon im 14. Jh. zählte der Ort 42 Besitzer.

1429

Nach den Brandschatzungen der Hussitenkriege 1429 wurde die Pfarrgemeinde Ralbitz aufgelöst und Crostwitz zugeteilt.

1482

So alt auch die Kirche und seine Parochie Crostwitz ist, so reicht doch die früheste uns erhaltene, auf Crostwitz bezogene Urkunde nicht weiter zurück als bis ins Jahr 1482.

In diesem Jahre stiftete die Äbtissin von Marienstern, Barbara von Nostitz, der Crostwitzer Kirche einen neuen Altar zu Ehren der Jungfrau Maria.

1508

Erzählungen nach wurde in Crostwitz der Kirchturm an der Stelle eines heidnischen Wachturms erbaut. In diesem Jahr wurde er erneuert und mit 2 Glocken ausgestattet, wobei die Aufschrift einer der Glocken lautet : „anno milesimo quingentesimo octavo feria sexta post Pentecostem“. Die Aufschrift der zweiten ist nicht lesbar, scheint aber aus derselben Zeit zu stammen.

1540

Seit 1540 reiten die Osterreiter von Wittichenau nach Ralbitz, Crostwitz nach Kloster Marienstern, Storcha nach Radibor, Nebelschütz nach Ostro und umgekehrt, um die frohe Botschaft von der Auferstehung des Herrn zu verkünden.

1559

Der Nachfolger des Briccius Jentsch, Pfarrer Johann (Georg) Themler, der früher der Pfarrkirche zu Göda vorstand, verließ die dortige Gemeinde aufgrund des Zustromes der dortigen Gläubigen zu Martin Luthers Kirche und wandte sich der Crostwitzer Gemeinde zu, die beim katholischen Glauben verblieben war. Während sich der Crostwitzer Geistliche den neuen Lehren anschloss und sich nach Göda begab.

Es existiert eine Sage, nach der Pfarrer Themler in der Kirche ein wundertätiges Marienbild aufgestellt hatte, das er aus der Gödaer Kirche mitgenommen haben soll und das dann von Crostwitz nach Rosenthal gelangte. Inwieweit diese Legende einen realen Hintergrund hat, lässt sich nicht entscheiden, da nichts Urschriftliches zur Verfügung steht. Doch dieses wundertätige Marienbild kann man in der Wallfahrtskirche in Rosenthal finden.

1605

Seit dem Jahr 1482 wird berichtet, dass in unserem Ort Schulunterricht erteilt wird, wobei nicht bekannt ist, wo der Unterricht stattfand.

1639

Auch von den Schrecken des 30jährigen Krieges (1618 ‒ 1648) blieb das Dorf nicht verschont. Kaiserliche und schwedische Kriegsvölker zogen zerstörend durch die Gegend. In Crostwitz beraubten sie die Kirche, überfielen den Pfarrer Jakob Johann Lebsa, schnitten ihm die Ohren ab, legten ihm einen Strick um den Hals und hingen ihn so auf der Pfarrei an einem großen Nagel auf. Unterdessen gelang es den Dorfbewohnern, den Turm zu ersteigen und Sturm zu läuten. In Scharen kamen sie herbeigeeilt, vertrieben die Schweden aus dem Orte und befreiten den Pfarrer aus seiner lebensgefährlichen Lage.

1680

Es entstand in Crostwitz eine Schule.

Am 06. Oktober dieses Jahres begann Herr Pfarrer Sende mit dem Verfassen der Chronik der Kirchgemeinde Crostwitz. Nach seinen Aufzeichnungen umfasste die Parochie Crostwitz, zu der auch die Kirchen Ralbitz und Rosenthal gehörten, 35 Ortschaften.

1703

Die in diesem Jahr entstandene erste bekannte Statistik aus Crostwitz stammt von Pfarrer Sende und beinhaltet folgendes: Sie nennt 37 zur Kirchgemeinde Crostwitz gehörende Orte mit 510 Häusern, in denen 3179 Katholiken und 296 Protestanten wohnten. Allein in Crostwitz 66 Häuser, 349 Katholiken und 5 Protestanten.

1706

Ralbitz und Rosenthal wurden von Crostwitz getrennt und diesen Filialen ein eigener Geistlicher gegeben.

In diesem Jahr wurde vermutlich die Pfarrei in unserem Ort gebaut. Sie befand sich an der Stelle zwischen der Kirche und der heutigen Totenhalle. Leider kann man das Jahr nicht mit Gewissheit feststellen, da es unterschiedliche Berichte gibt. So könnte sie auch erst im Jahre 1727 erbaut worden sein.

1719

Nach nur 13 Jahren wurden die Filialen Ralbitz und Rosenthal wieder mit der Kirche Crostwitz vereint.

1735

Im September diesen Jahres wurde auf dem Kirchenvorplatz auf hohem, barockem Sockel das heutige Standbild des heiligen Sebastian errichtet, das an die Zeit der Pest im Mittelalter erinnert.

Etwa aus der gleichen Zeit stammt die unweit von der Brücke stehende, toskanische Betsäule, deren posamentartiger Aufsatz ein Christusstandbild mit Siegesfahne trägt und mit Flachbildnereien verziert ist.

1746

Auch die Bildsäule von 1746, die auf der Anhöhe nördlich zwischen Crostwitz und Leopoldschenke steht, hat eine Besonderheit aufzuweisen. Im Relief des Aufsatzes ist eine Mutter in sorbischer Tracht mit dem Kind auf dem Arm dargestellt.

1754

Das ungemein große Crostwitzer Kirchspiel wurde erneut durch Abtrennung der Filialkirchen Ralbitz und Rosenthal, die zu selbständigen Parochien wurden, wesentlich verkleinert.

1768

In diesem Jahre wurde der Kreuzweg auf dem Friedhof errichtet, die Stationen waren damals aus Blech.

1769

Seit dem Jahr 1769 besteht die Crostwitzer Pfarrchronik, die sich auf der Crostwitzer Pfarrei befindet.

1771

Die jetzige Pfarrkirche, an deren Stelle einst ein Tempel der heidnischen Sorben gestanden haben soll, wurde von 1769 bis 1771 als ein schlichter Barockbau (Rokokostil) erschaffen. Nur der gotische Turm (von 1508) blieb in seiner Grundstruktur erhalten. Am 27.10.1771 wurde sie vom sorbischen Bischof Jakob Johann Wosky von Bärenstamm geweiht. Außer dem Hochaltar mit den Bildern der hl. Apostel Simon und Judas Thaddäus, als Patrone der Kirche, hatte sie noch 4 Altäre. Auf der Seite der Evangelien stand der Altar der Mutter Gottes, auf der Epistelseite der Bruderschaftsaltar St. Sebastian, ferner der Altar der Freundschaft Christi und der des heiligen Apostels. Beim Bau der Kirche fanden sich verschiedene Sachen aus vorchristlicher Zeit.

1772

In den Jahren 1772/73 baute man in Crostwitz eine Schule. Sie stand in der Nähe des Kirchturms auf dem Platz, wo heute Deutschmanns ihre Gastwirtschaft betreiben.

1780

In diesem Jahr werden zum ersten Mal die Crostwitzer Osterreiter erwähnt, als der Pfarrer von Crostwitz Georgius Cziesch aus unbekannten Gründen durch Kanzelvermeldung das Osterreiten zu untersagen versuchte. Worauf ihm der Nucknitzer Lehnbauer Rytscher, Kantor und Leiter der Crostwitzer Osterreiterprozession, von der Empore energisch erwiderte: „Geritten wird!“ Da jedoch die Kirchenfahnen vom Pfarrer verwahrt wurden, besorgte man sich vorausdenkend ein Paar neue. Als es jedoch so weit war, bekamen sie die Kirchenfahnen. Seitdem hat die Crostwitzer Prozession zwei Reiterpaare als Fahnenträger. Das erste Reiterpaar trägt die Kirchenfahnen und das zweite die sogenannten Lehnsfahnen.

1820
1862
1895
1899-1
1899-2

1804

Am 31. August des Jahres 1804 fand an der Straße von Crostwitz nach Jeßnitz, auf dem hiesigen Galgenberg, die letzte Hinrichtung statt. Ein Dienstknecht namens Jakob Kmetsch aus Storcha ist der Betroffene. Er hatte sich an seinem Bauern Petschke in Höflein gerächt und dessen Gut in Brand gesteckt. Dabei ist das halbe Dorf abgebrannt und viel Vieh verendet. Im Wirtshaus, dem Erbgericht zu Crostwitz, reicht man ihm am Tage seiner Hinrichtung die Henkersmahlzeit. Dann wird er zum genannten Galgenberg geführt und dort enthauptet, dann gerädert. Schließlich wurde der Leichnam auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

1820

1820 wurde die massive Kirchschule zu Crostwitz durch Anbau am Friedhof erweitert. An dieser Stelle war vorher der Hopfengarten der Pfarrei.

1820

Im Ort Crostwitz gab 4 Lehngutsbesitzer, 18 Voll-, 13 Teilbauern und Gartennahrungsbesitzer sowie 38 Häusler.

1822

Crostwitz braucht eine Spritze zum Feuer löschen. Der Gutsbesitzer Peter Fulk schlug vor, dass ein paar Männer aus dem Dorf nach Dresden gehen und die Spritze in einer bekannten Fabrik kaufen. Auch Kiesling musste als Sachkundiger mitgehen. Der Fabrikbesitzer merkte sehr bald, dass der Kauf von Kiesling seinem Gutachten und Wohlwollen abhängig ist. Aus diesem Grund erklärte er ihm den Aufbau und die Funktion der Spritze sehr genau.

Nach dem Rat von Kiesling wurde die Spritze von den Abgesandten nicht gekauft. Er war der Meinung, er kann eine billigere bauen. Wieder heimgekehrt, baute Kiesling seine erste Spritze und Senior Fulk aus Bautzen schenkte sie seinem Geburtsort. Sein Name steht auch auf der Spritze, die wohl 100 Jahre ihren treuen Dienst leistete.

1839

Am 19.10. Eröffnung der ersten Geschäftsstelle der Sparkasse in Crostwitz.

1840

Am 10. März diesen Jahres wurde der erste Gemeinderat in Crostwitz gewählt. Dazu gehörten Georg Wenke, Johann Schneider, Peter Mateck, Michael Kubasch, Nicolaus Scala und Jakob Schiertz.

1858

Nach behördlicher Anweisung müssen an allen Wegkreuzungen und Abzweigungen steinerne Wegweiser aufgestellt werden. Das waren erhebliche Kosten für die Gemeinden.

1858 ging zum ersten Mal die Crostwitzer Prozession mit der hl. Maria und den Brautjungfern zum Fest nach Wittichenau.

1860

Jakob Lehmann aus Crostwitz schenkte der Kirche die Bilder, auf denen der Kreuzweg dargestellt ist.

1862

Im Dezember wurde der St. Cyrill und Methodius Verein gegründet.

1863

In diesem Jahr wurde für die Pfarrkirche für 400 Thaler vom Kokel in Paßditz ein neuer Luster angeschafft.

1866

Der heutige Hochaltar mit dem Gemälde Christi Himmelfahrt von Professor Erhard aus Dresden wurde errichtet. Das Bild selbst in einem Werte von 2500 Thalern war ein Geschenk der sächsischen Regierung, wozu die Kirchgemeinde 600 Thaler beibrachte. Die Hälfte der Ausgaben (300 Thaler) übernahm die Witwe Maria Donat aus Nucknitz, die andere Hälfte wurde von der Kirchgemeinde gesammelt. Später malte der Maler Erhard für den Marienaltar in Crostwitz ein Marienbild nach der Madonna von Holbein im Werte von 75 Thaler.

1871

Crostwitz ist die größte Kirchgemeinde, in sie gehören

3559 Katholiken, davon leben

3058 in den Orten der Kirchgemeinde und

501 in den Orten der lutherischen Kirchgemeinde.

In dem Ort Crostwitz selbst sind es 475 Katholiken.

1872

Die ersten sozusagen internen Auftritte der jungen „Jednota“ waren im Herbst des Jahres 1872. Sie brachten ein Ständchen zum silbernen Lehrerjubiläum des Herrn Jakob Petasch und zum goldenen Jubiläum des Herrn Pfarrer Canonicus Jakob Bart.

1875

Am 06. August 1875 war die erste „Schadźowanka“ als Treffen sorbischer Studenten in Crostwitz. „Jungsorben“ wie Arnošt Muka und Jakub Bart-Čišinski ermutigten die heranwachsende Intelligenz, sich aktiv gegen die zunehmende Germanisierung zu wehren.

1877

Erstaufführung des sorbischen Laientheaters Crostwitz in der Lehndorfer Hauptmanns Gaststätte. Laienspieler unter Leitung von Paul Kmetsch setzten diese Tradition fort.

1879

Seit drei Jahren wird über den Neubau der Pfarrei aus folgenden Gründen diskutiert:

Der Friedhof, um die Kirche gelegen, ist zu klein, sodass die Gräber eher wieder genutzt wurden, als es das Gesetz vorschrieb und überdies waren Gräber übereinandergeschichtet. Dies erfuhr der Kamenzer Kreisarzt Dr. Reinhardt und gab die Anweisung, einen neuen Friedhof außerhalb des Ortes anzulegen. Auf mehrfaches Bitten und nach verschiedenen Vorschlägen der Kirchgemeinde erlaubte die Bautzener Landesamtshauptmannschaft, dass der Friedhof an der Kirche bleiben kann, wenn er genügend vergrößert wird und das unter Umständen gefundene Wasser abgeleitet wird.

So war der Neubau der Pfarrei beschlossen. Das Geld für den Bau hat sich die Kirchgemeinde von der Landesständischen Sparkasse in Bautzen geliehen und wird es in 38 Jahren zurückzahlen.

1880

Nach der Volkszählung am 1. Dezember hat unser Dorf 533 Einwohner, davon 516 Sorben und 17 Deutsche (516 katholisch und 17 lutherisch) in 84 Gebäuden und 99 Wirtschaften.

1884

Von 538 Einwohnern der Ortschaft waren 523 wendischer und 15 deutscher Nationalität. Dabei verstanden die 15 in Crostwitz lebenden deutschen die sorbische Sprache

1885

Bei der Volkszählung am 1. Dezember 1885 hat unser Dorf 509 Einwohner, darunter sind 493 Katholiken.

1887

1887 wurden in unserem Ort der Eingang der Geistlichkeit in die Kirche und der Aufgang zur Kanzel verbessert und die mit einer Rohrdecke versehene Totenhalle gewölbt und mit Luftöffnungen versehen.

1888

1888 und 1889 wurde die Kirche in Crostwitz um den Kostenpreis von 1.000 Thalern neu mit Granit gepflastert. Die alten Platten kamen teils unter die Bänke, teils wurden sie zum Pflastern des Weges von der Kirche zur Pfarrei verwendet.

1889

1889 ließ der Pfarrer Werner bei Osthous in Münster einen neuen Kelch aus Silber und vergoldet mit 6 selbst gefundenen Karneolen um 338 Mark anfertigen. Auf dem Kelche sind die Bildnisse der hl. Herzen Jesu und Maria und der 4 Evangelisten und die Inschrift: Calix quotidianus parochi Crostvicensis Jacobus Werner parochus 1889.

1889 wurde die Wasserleitung in Crostwitz statt der tönernen mit bleiernen Röhren versehen.

1890

1890 gab man dem bisher roten Kirchturme in Crostwitz einen grünen Anstrich und besserte in der Kirche die Bänke, welche zum Aufstecken von Lichtern auch mit Blechtüllen versehen wurden, aus, worauf die Bänke samt dem Kanzell angestrichen wurden.

Bei der Volkszählung am 1. Dezember hatte die Pfarrgemeinde Crostwitz ca. 4000 Katholiken.

1891

Zum letzten Mal reiten die Osterreiter von Storcha mit den Crostwitzern gemeinsam über Alte Ziegelscheune der Prozession vom Kloster entgegen, um dann gemeinsam in den Klosterhof und anschließend zurück zu reiten. Es waren 188 Osterreiter.

Es wurde der erhöhte steinerne Fußweg von der Pfarrei zur Kirche gemacht und die Kirche durch den Tischler Skala mit neuen Fenstern (die bisherigen waren von 1771) versehen.

1892

Am 17. April beteiligten sich am Osterreiten 167 Reiter. Storcha ritt erstmalig nicht mit den Crostwitzern, sondern nach Radibor.

1896

In diesem Jahr bildeten die Osterreiter vom Kloster Marienstern und die von Crostwitz zum ersten Mal selbständige Prozessionen. 160 Ostereiter ritten über „Trjebjen“ und Schweinerden ins Kloster und über Alte Ziegelscheune zurück nach Crostwitz. Vom Kloster kamen 24 Osterreiter über Höflein nach Crostwitz und kehrten wieder ins Kloster zurück.

„Serbowka“ wurde als Radverein in Crostwitz gegründet. Es ist der älteste uns bekannte sorbische Sportverein.

1897

In diesem Jahr wurde der Bau einer Eisenbahnstrecke zwischen Bautzen und Kamenz besprochen. Die Strecke sollte über Räckelwitzer Wiesen gehen. Durch den Galgenberg sollte ein großer Tunnel führen und auf Fulks Feld sollte die Bahnstation sein.

1898

In diesem Jahre wurde der Militärverein in Crostwitz gegründet und blieb bestehen bis ins Jahr 1945, wobei die Fahne noch bis 1958 getragen wurde (z.B. zu Fronleichnam).

Nach dem Fronleichnamsfest 1898 wurde mit den Bauarbeiten an unserer Kirche begonnen. Die in den Jahren 1769 ‒ 1771 erbaute Kirche wurde innen und außen vollständig umgestaltet.

Die gerade Decke aus Holz und Lehm sowie die Holzpfeiler und die Holzemporen wurden abgetragen und durch Steinpfeiler und eine gewölbte Decke ersetzt. Der Arbeitsaufwand war riesig und erfolgte ohne jegliche technische Großgeräte.

Als die Arbeiten bereits im Gange waren, entschied sich die Gemeinde, die Kirche auch noch zu vergrößern. Danach bekam die Ostseite durch Verlängerung der Chorseiten und durch den Anbau von Treppentürmen ein völlig verändertes Aussehen. So wurde der Innenraum der Kirche um den heutigen Altarraum (6 m) vergrößert.

An die Vergrößerung der Kirche erinnert eine Sandsteintafel (135 cm). Mit der Inschrift: Annis 1898-1899 / haec aedes sacra est amplificata, / concamerata et renovata, cura parochi / Jacobi Werner / Cononici . . . et arte architecti Petri / Rocho Zernensis.

1921
1925-1
1925-2
1925-3
1931-1
1931-2
1931-3
1932

1902

1902 war die Crostwitzer Schule für alle Kinder, auch die Storchaer kamen nach Crostwitz, zu klein. Die Pläne für die neue Schule waren umfangreicher und großartiger.

In diesem Jahr wurde der Bauplatz für eine größere Schule abgesteckt und abgemessen, vom Pfarrfeld am Rande des Dorfes, zwischen den beiden Straßen nach Prautitz und Jeßnitz.

1903

Im Jahre 1903/1904 wurde die heutige Schule als katholische Schule, bestehend aus 3 Schulzimmern und 3 Lehrerwohnungen erbaut und am 13. Oktober 1904 weihte sie Pfarrer Monsignore Werner ein. Zum Schulbezirk Crostwitz gehörten Caseritz, Höflein, Nucknitz mit Kopschin, Prautitz, Siebitz, Tschaschwitz und die kath. Ortsteile von Auschkowitz, Guhra, Jeßnitz, Neu Jeßnitz, Lauske, Lehndorf, Puschwitz, Neu Puschwitz und Wetro.

1670 Einwohner mit 260 Schulkindern und 3 Lehrern

1906

Seit jeher befassten sich viele Bewohner mit der Bienenhaltung. Der Imkerverband „Serbska pčolnica“ fördert diese Tätigkeit. Der Verein möchte das Interesse an der Bienenhaltung fördern und mit Rat und Tat den Imkern zur Seite stehen.

1908

Im Jahr 1908 sind in unserer Pfarrgemeinde 128 Kinder geboren, davon 64 Jungen und 64 Mädchen. Unter ihnen 8 Uneheliche.

Verstorben sind 95 Personen, davon 33 Männer, 30 Frauen und 32 Kinder.

Trauungen waren insgesamt 30 und 47 Paare wurden in unserer Pfarrgemeinde aufgeboten.

1909

Erste Bemühungen zur Einrichtung elektrischer Beleuchtung.

1910

Bis 1910 sind die Aufzeichnungen der Crostwitzer Pfarrchronik lateinisch und deutsch geschrieben und von da an bis 23. Februar 1933 sorbisch. Danach wurden diese Dokumente, Briefe und Proteste aus dem Ort bis 1940 wieder deutsch eingetragen.

1911

Installation der elektrischen Beleuchtung in der Kirche.

Im Jahre 1911 wurde die Crostwitzer Parochie auf ihre heutige Größe gebracht. Schon im Jahre 1882 wurde in Storcha der Grundstein für eine neue Kirche gelegt. Nach drei Jahren bekam sie die erste Weihe, sodass Messen gehalten werden konnten. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde die neue Kirche vom Bischof geweiht. Aber erst 1911 nach 29 Jahren wurde Storcha zur selbständigen Kirchgemeinde.

Bau der zentralen Wasserleitung in unserem Dorf, zuvor gab es drei private Wasserleitungen.

1913

Wird die Apotheke von Baumeister Bulang erbaut.

1914

In diesem Jahr konnte man 136 Osterreiter zählen.

Die aus dem Jahre 1876 erbaute Orgel wurde erneuert. Die Firma Eule aus Bautzen baute für unsere Kirche eine neue größere Orgel.

1915

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges, zogen viele Väter und Söhne in den Krieg aus dem nicht alle heimkehrten. In dieser Zeit wurden 3 Glocken, die aus dem Jahre 1866 waren vom Kirchturm genommen und zu Kriegszwecken abtransportiert. Nur die kleine Glocke verblieb auf dem Kirchturm.

1919

Der Gemeinderat beschließt am 24.09. die Anschaffung von 4 Stück Maschinengewehren 08/15, 20 Gewehre zu a 5 Mark, 5 Stück Seitengewehre und 10 000 Patronen. Diese sollen für die Einwohnerwehr angekauft werden.

In der Apotheke wurde im Jahre 1919 das Telefon genehmigt.

1920

Stahlglocken, die aus Apolda geliefert wurden, riefen die Gläubigen wieder ins Gotteshaus. Diese waren aber nicht sehr gut gelungen, da sie nicht den vorgeschriebenen Tönen entsprachen.

Am 5. Juli einigten sich der Gemeinderat und der Militärverein über den Bau der Gedächtniskapelle.

1921

Besuch des hohen Würdenträgers Nuntius Pacelli, des späteren Papstes Pius XII. Eine Gedenktafel in der kleinen Kapelle in der Mitte des Dorfes erinnert uns an diesen Besuch .

1922

Auf Grund von Streitigkeiten mit dem Kloster um die Besetzung der Pfarrstelle waren es in diesem Jahr nur 96 Osterreiter.

1923

Die Stahlglocken aus dem Jahre 1920 wurden auf Grund ihres schlechten Klangs durch 4 neue Bronzeglocken ersetzt. Dieses Geläut stammt von der Firma Geittner aus Breslau. Aufgrund der Inflation sollten die Glocken zuerst 250 Millionen Mark kosten und kostete dann 33 Milliarden Mark.

1924

Ab 01.04. wird für die Gemeindevorstände der Gemeinde die Amtsbezeichnung „Bürgermeister“ angeordnet. Bisher führten diese Bezeichnung nur Amtsinhaber der Städte. Die bisherigen Gemeinderäte wurden gleichfalls nach ihren Neuwahlen in Gemeindeverordnete umbenannt.

1925

Am 30. März haben die Verordneten den bestimmten Platz zur Errichtung eines Kriegerdenkmals dem hiesigen Militärverein zur Verfügung gestellt. Der Beschluss war einstimmig.

In der Mitte des Dorfes verbreitert sich die Straße, und hier liegt der Nuntiusplatz, der Platz, auf dem der Nuntius Pacelli bei seiner Anwesenheit im Juni 1921 in Crostwitz von den katholischen Sorben begrüßt wurde.

Hier errichtete die Einwohner den im Weltkrieg gefallenen Mitgliedern der Parochie Crostwitz eine Gedächtniskapelle.

Die Gedächtniskapelle ist von den zur Parochie Crostwitz gehörigen 23 Ortschaften gemeinsam errichtet worden. Schon 1920 erging die erste Anregung hierzu. Man bildete damals einen besonderen Ausschuss zur Durchführung der notwendigen Vorarbeiten und leitete auch eine Geldsammlung ein, die einen ansehnlichen Ertrag brachte. Aber die rasende Geldentwertung zwang das geplante Werk zunächst zu unterlassen und glücklichere Zeiten abzuwarten.

Im März 1925 nahm der Militärverein Crostwitz und Umgebung die Vorarbeiten für die endgültige Errichtung der Krieger-Gedächtniskapelle wieder auf.

Der Entwurf der Kapelle ist eine Schöpfung des einheimischen Baukünstlers und sorbischen Stammesbruders acad. arch. Rudolf Ziesche - Crostwitz. Ihm wurde auch die Ausführung übertragen.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 15. Juni 1925.

An den verbleibenden fünf Außenseiten sind auf steinernen Tafeln die Namen von 95 Gefallenen der Parochie eingemeißelt. Die Vornamen sind in sorbischer Sprache vermerkt und die Familiennamen wurden nach den Aufzeichnungen der Stammrollen wiedergegeben.

Beschluss vom 21. Dezember zur Ortsbeleuchtung. Es sollen die 5 Hauptkreuzungspunkte eine Beleuchtung von je einer Stunde am Tag erhalten. Für das Ein- und Ausschalten ist der Gemeindediener verantwortlich.

1929

Dieses Jahr sind es 168 Osterreiter.

1930

Die Fenster der Kirche wurden 1870 neu gearbeitet und seitdem nicht mehr gestrichen, sodass dies 1930 passiert. Die Kirche hat 20 Fenster, unter ihnen sind 8, welche 4,30m hoch und 1,70m breit sind. Die Restlichen sind kleiner. Die Fenster hat Malermeister Weinhold aus Bautzen gestrichen, welcher mit seinem Vater in dieser Zeit auch die Kirche von innen gestrichen hat.

1931

Gründung des Segelflugvereins in Crostwitz

Im Jahre 1931 hatte mit viel Mühe und Kraft die Crostwitzer Jugend ein Segelflugzeug gebaut. Am Rande der „Šibjeñca“ wurde das Flugzeug gestartet in Richtung des Ortes und hat sich 7-8 m erhoben und flog ca. 60 m weit. Eines Tages 1932 stürzte das Flugzeug ab und eine Seite ging total entzwei. Das war das Ende des Vereins.

Der letzte große Brand in unserem Ort war am 10. August 1932. Das Feuer, das vermutlich durch Brandstiftung entstand, brach in der großen strohgedeckten Scheune eines Bauerngutes aus, durch das die Scheune mit der gesamten Ernte und zahlreichen landwirtschaftlichen Maschinen vernichtet wurde. Das Wohnhaus blieb erhalten. Durch Funkenflug geriet auch die 100 Meter entfernt stehende Scheune des Besitzers Lebsa in Brand. Von dort sprangen die Flammen auf Zschunkas Stallungen über. Beide Gebäude brannten nieder.

Die Kapelle zur Ehre Mutter Gottes von Lourdes, welche sich am Weg vom Pfarrhof zur Kirche befindet, ließ Jakob Schewtschick für sich und das gesamte sorbische Volk im Jahr 1931 errichten. In der Mitte der Grotte steht die etwa 1,30 m große, mit weißem Gewand bedeckte majestätische Madonna von Lourdes.

Am 22. März weihte Prälat Nikolaus Sauer den erneuerten Kreuzweg auf dem Friedhof. Die schönen Granitsäulen stammen aus dem Jahr 1768. Anstelle der verrosteten Stationen aus Blech, hat M. Corr aus Dresden die neuen Stationen aus Kalkstein angefertigt.

1932

Ostern, 27. März verkündeten 174 Osterreiter die Frohe Botschaft der Auferstehung Jesu in unserer sorbischen Heimat.

1932 besuchten 336 Kinder die Volksschule, die in 10 Klassen unterrichtet wurden.Die Kinder kamen aus Crostwitz (98), Nucknitz (8), Prautitz (13), Kopschin (5), Lehndorf (23), Tzschaschwitz (2), Auschkowitz (1), Siebitz (3), Caseritz (10), Höflei n(27), Horka (52); Jeßnitz (37), Neu-Jeßnitz (21), Lauske (11), Guhra (23) und Puschwitz (2).

1932 hatte Crostwitz ca. 600 Einwohner. Zum größten Teil gab es große 3 bzw. 4-Seitenbauernhöfe, Wirtschaftler und nebst kleine Häusler.

1933

Zur Zeit sind 366 Kinder, die in 10 Schulklassen in nur vier Unterrichtsräumen unterrichtet werden, an der Crostwitzer Schule. Somit wurde ein Schulanbau erforderlich.

Am 13. November 1933 wurde vom Uhrmachermeister Menzel die alte Kirchturmuhr (98 Jahre) abgenommen und bekam einen würdigen Platz im Kirchturm.

1934

An der Crostwitzer Schule waren in diesem Jahr von 10 Lehrern nur noch 2 Sorben.

Im Jahre 1934 wurde auf dem Galgenberg menschliche Knochen gefunden. (Aufgrund dieses und weiter Funde könnte es sich um Überreste einer slawischen Nekropole handeln). Der zu dieser Zeit amtierende Pfarrer der Gemeinde ließ diese sofort auf dem Crostwitzer Friedhof bestatten, wodurch der folgende Briefwechsel zwischen den Zuständigen archäologischen Verantwortlichen entstand.

1937

1937 waren 146 Osterreiter.

Scharfe Proteste ertönten, als am 12. Dezember alle Kreuze in den Klassenzimmern der Crostwitzer Schule entfernt wurden. An die Stelle eines Kreuzes hängte Direktor Wagner das Bild von Hitler auf. Die Lehrerin Frau Frenzel hängte jedoch vor den Augen der Schüler am 13. Dezember in ihrer Klasse wieder ein Kreuz auf. Wagner meldete dies sofort dem Schulrat Otte in Kamenz, welcher unverzüglich nach Crostwitz kam und von den Lehrern verlangte, die Kreuze wieder zu entfernen.

Sonntag, den 19. Dezember, nach dem Gottesdienst kamen sieben Steinbrucharbeiter aus Horka, entfernten die Hitlerbilder und an dessen Stelle wurden wieder die Kreuze angebracht.

1940

Bau der neuen Totenhalle

Zuvor war die Totenhalle in der Nordwestecke der Kirche zwischen Turm und Treppenhaus (bereits 1912 erwähnt). Sie wurde aber nicht so benutzt wie es heutzutage ist.

1945

Umsiedler 1945: 66 Erwachsene und 8 Kinder

20. April, erreichten Einheiten der sowjetischen und polnischen Armee unsere Gegend. Die nationale und religiöse Unterdrückung durch das Hitlerregime war beendet.

Im April 1945 waren in der Umgebung von Crostwitz, Kreis Kamenz, in fast allen größeren Dörfern Vertrauensleute eingesetzt. Im Vorfeld des Einmarsches der sowjetischen und polnischen Truppenverbände organisierte ein Teil dieser Vertrauensleute die Verteilung von selbstgefertigten kleineren und größeren Bändern in den Farben der sorbischen Flagge Blau-Rot-Weiß, die 1935 verboten worden war. Am 23. April 1945 trugen Sorben, vor allem in und um Crostwitz, derartige Bänder an der Kleidung. Neben den sorbischen Fahnen prangten an einzelnen Häusern auch Transparente in russischer Sprache mit der Aufschrift: „In diesem Haus wohnen Sorben.“

26. April, deutsche Soldaten des Generalfeldmarschalls Schörner erreichen bei ihrem Vormarsch in Richtung Berlin Crostwitz.

Auf dem Terrain der Crostwitzer Kirchgemeinde gab es in den ersten Maitagen noch heftige Kämpfe mit den Resten der Schörner Armee und der berüchtigten „Blutdivision Brandenburg“. Sie überfielen besonders die Einheiten der 2. Polnischen Armee und erschossen hunderte verwundete polnische Soldaten der 9. Infanteriedivision.

Der entscheidende Tag für Crostwitz war der 7. Mai 1945. Am Ende der Frühmesse waren die ersten Salven zu hören. Die sowjetischen Kanonen richteten sich auf Crostwitz. Um 9.00 Uhr sollte das Dorf zerschossen werden, da die sowjetischen Einheiten am 20. April große Verluste hatten. P. Lucius und Bauer Zschunka hissten die weiße Fahne vom Kirchturm und sofort wurde das Schießen eingestellt. So blieb das Dorf und die Kirche verschont.

Am 10.05. wurde die „Domowina“ - nationale Organisation der Sorben - in Crostwitz (bei Natusch) neu gegründet. Zum Vorsitzenden wird Dr. J. Ziesch, ab 25. Mai 1945 erster sorbischer Landrat des Kreises Bautzen, zu seinem Stellvertreter J. Meschkank gewählt. Eine Gedenktafel am Haus der Familie Wessela, Hornigstraße 25, erinnert an die Neugründung.

Herbst: Einführung des sorbischen Sprachunterrichts in den Schulen.

1948-1
1948-2
1949-1
1949-2
1949-3
1949-4
1949-5
1952-1
1952-2
1955
1956
1969
1970
1975
1985
1987

1947

In den Orten Ralbitz, Crostwitz und Radibor wurden Sporteinheiten gegründet.

1949

Am 21.11.1949 Eröffnung der sorbischen landwirtschaftlichen Fachschule in Crostwitz.

1950

Am 1. Februar 1950 eröffnete in Crostwitz Nr. 73 die KONSUM-Genossenschaft für den Kreis Kamenz Sitz: Pulsnitz eine Fleisch- und Wurstwarenverkaufsstelle.

1951

Crostwitz hatte 1951 immerhin wieder 110 Osterreiter.

1951

In diesem Jahr waren es 116 Osterreiter.

1952

Seit 1898 ist die Kirche nicht mehr renoviert worden, obwohl auch sie Kriegsschäden an Dach und Mauerwerk erlitt. Deshalb ist jetzt mit eingesparten Kirchgeldern und Kollektenspenden eine umfangreiche Renovierung in Gang. Das ganze mächtige Kirchenschiff ist von den Gerüsten einer Dresdner Spezialfirma ausgefüllt. Pfarrer Wenk, der 1913 bis 1915 in Aue wirkte, hat beim dortigen Kirchenbau Erfahrungen gesammelt, die ihm heute zugutekommen. Nachdem sich vor einiger Zeit während des deutschen Gottesdienstes ein leichter Deckeneinsturz ereignete, wird die Kirche jetzt modernisiert. Die Sicht behindernde obere Empore wird abgetragen, der Orgelraum vergrößert, der Fußboden erneuert, die Decke gesichert, die Kanzel auf die Südseite verlegt, das ganze Innere stilgerecht so ausgestaltet, dass es einen helleren, lichteren Charakter erhält.

1954

Bildung der ersten Produktionsgenossenschaft in Crostwitz (LPG)

1955

14 Jahre fehlen nun schon die Kirchturmglocken, welche die Nationalsozialisten abmontiert hatten. 1955 fertigte die Firma Schilling in Apolda drei neue Glocken an. Nach dem festlichen Gottesdienst wurden die drei neuen Glocken der hl. Maria (2050 kg schwer), den Patronen Simon und Juda (1150 kg) und dem hl. Sebastian (760 kg) geweiht.

1956

Herr Martin Salowski aus Räckelwitz hat am Fest der hl. Peter und Paul (29.06.) im Bautzener Dom vom ehrwürdigen Herrn Apostolischen Administrator Dr. Spülbeck die Priesterweihe erhalten. Seine Primiz feierte der Neupriester am 01.07.1956 in unserer Pfarrkirche.

1957

Caseritz liegt nordwestlich 1,5 km von unserem Ort und wurde in diesem Jahr in Crostwitz eingemeindet.

1958

Im Jahr 1958 wurde in der Crostwitzer Schule der Hort eingerichtet. Die Schüler der 1. - 4. Klasse besuchen diese Einrichtung.

1959

Am 27.05. wurde der Gemeinde die Feuer-Alarm-Sirene (Hersteller Firma Franz Kaudel - Elektromeister aus Dresden) zugeschickt. Diese wurde Mitte Juni auf dem Gebäude des Herrn Georg Scholze Nr. 71 installiert. Zuvor erfolgte der Alarm in der Gemeinde Crostwitz mittels 2 Tremolofanfaren, was jedoch nicht mehr ausreichend war.

1960

Es waren 120 Osterreiter.

1961

In diesem Jahr gab es 104 Osterreiter.

1961 wurde die elektrische Vorrichtung zum Läuten der Glocken von der Firma Gloria aus Bad Wilsnack installiert.

1964

LPG Typ I „Satkula“ und LPG Typ I „Domizna“ vereinten sich zu einer LPG zusammen.

1966

Fertigstellung des Schulumbaus an der Oberschule Crostwitz

1967

Denkmalsweihe

Unter Teilnahme mehrerer hundert Bürger des zweisprachigen Gebietes, zahlreicher Vertreter der Parteien und Massenorganisationen, der Kampfgruppen und einer Delegation aus der Volksrepublik Polen wurde vom Vorsitzenden des Rates des Kreises Kamenz, Genossen Erich Garten, ein dreisprachiges (polnisch, sorbisch, deutsch) Denkmal für die in den letzten Kriegstagen bei den Kämpfen um Panschwitz, Crostwitz, Horka gefallenen 2000 polnischen Soldaten aus dem 2. Weltkriege 1939 - 1945 eingeweiht. Danach sprach ein Vertreter der polnischen Botschaft Worte des Gedenkens und anschließend der Vorsitzende des Bundesvorstandes der Domowina, Kurt Krenz, in sorbischer Sprache. Der Porphyrsockel mit einer Aluminiumfeuerschale am Denkmal wurde 1967 von Curt Tausch geschaffen.

1968

Unter der Leitung des Herrn Pfarrer Krahl wurde die Kirche von außen erneuert. Ein Jahr später hat die Firma Winter aus Schirgiswalde die Türme mit Kupfer neu eingedeckt.

Seit 1968 besteht in Crostwitz eine Ortssatzung.

1969

Die Gemeinde Crostwitz mit dem Ortsteil Caseritz hat 670 Einwohner, 125 Hausnummern und 180 Haushalte.

Die LPG Typ III „Domowina“ in Crostwitz, Kreis Kamenz, vereinigt sich mit der LPG Typ III in Nucknitz. Gleichzeitig beschließen die beiden landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften die Vorbereitung einer gemeinsamen kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion mit den LPG’s Ralbitz und Nebelschütz.

Die Sorbische Polytechnische Oberschule in Crostwitz besuchen 220 sorbische, katholische Kinder aus 13 Orten. Die Unterrichtssprache ist sorbisch. Am 01.09.1969 wird diese Schule zu einer "Zehnklassen-Schule" und bietet erstmalig das 9. Schuljahr an. In 9 Klassenräumen unterrichten 10 Lehrer und 4 Lehrerinnen. Alle sind Sorben und Katholiken.

Die Pfarrgemeinde umfasst 31 Orte und hat 4705 Gläubige.

Zu diesem Osterfest gab es die wenigsten Osterreiter in unserer Pfarrgemeinde - es wurden nur 61 gezählt.

Am 11. 08. diesen Jahres wurde in den Vormittagsstunden in der Kirche die Kommunionsbank abgerissen.

1970

Als 1970 die neuzeitlichen abends beleuchteten Wegweiser aufgestellt wurden, hat man in Crostwitz den alten historischen Wegweiser aus dem Jahre 1839 nicht entfernt. Auf Initiative des Bürgermeisters Georg Schäfrig ist diese Granitsäule restauriert worden. Mühevoll musste mit Meißel und Hammer der Kitt aus der eingemeißelten Frakturschrift entfernt werden, bevor man die Buchstaben schwärzen konnte.

1971

Am Vorabend des VIII. Parteitages der SED wird in Crostwitz eine neu erbaute Kinderkrippe als erste Einrichtung dieser Art im sorbischen Sprachgebiet des Kreises Kamenz an die Bevölkerung übergeben. Die Einrichtung wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Schöner unsere Städte und Gemeinden - Mach mit!“ geschaffen. Der Kreis Kamenz verfügt damit insgesamt über 2 400 Krippenplätze.

Rassekaninchenzüchterverein S 901 - Crostwitz und Umgebung e.V. gegründet am 16. Februar 1971.

1972

Die Bauabnahme und Freigabe der neu gebauten Brücke am Kirchberg in der Ortslage Crostwitz über dem Kleinhänchener Wasser (Satkula) wurde am 18.07.1972 durchgeführt. Die Gesamtbausumme betrug 52.551,05 Mark.

In dem ehemaligen Gebäude der Brauerei wurde am 7. Oktober 1972 ein ländliches Einkaufszentrum errichtet. Es werden Waren des täglichen Bedarf angeboten.

-Dieses Jahr wurde die Friedhofshalle (Totenhalle) vollständig erneuert.

1973

In den fünfziger Jahren bestand in Crostwitz bereits eine leistungsfähige LPG Typ III. Am 1. Januar 1973 schlossen sich die Feldbauabteilungen der LPG Typ III. Piskowitz, Nucknitz, Crostwitz und der LPG Typ I. Horka und Ralbitz zur Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion „Sorabia“ Crostwitz zusammen. Zum Leiter der Abteilung wurde Georg Wetzlich aus Nucknitz berufen.

1974

Zusammenschluss der Orte Horka, Prautitz, Nucknitz, Kopschin und Caseritz zur Großgemeinde Crostwitz. Dadurch wurde das Territorium erweitert und umfasst jetzt 13,32 km2.

1974 waren es nur 64 Osterreiter

1975

Eine Militärdelegation der Volksrepublik Polen unter Leitung des Ministers für Nationale Verteidigung, Wojeciech Jaruzelski, legt im Rahmen ihres offiziellen Studienaufenthaltes in der DDR am Mahnmal für die gefallenen Soldaten der 2. polnischen Armee in Crostwitz Kränze nieder.

Die Gemeinde Crostwitz zählt nun 1144 Einwohner.

Am 20. September besucht Kardinal Karol Wojtyła, Erzbischof von Krakau, Crostwitz. Er legte am Denkmal ein Blumengebinde nieder und betete für die gefallenen polnischen Soldaten. Den Kardinal begrüßten der Crostwitzer Pfarrer Georg Krahl und der Ostroer Pfarrer Martin Salowski. Der hohe Gast sprach lobend von der schönen Umgebung und interessierte sich für das sorbische Volk und sein religiöses Leben.

1978

Am 29. Juni 1978 vollzog sich der Übergang zur spezialisierten LPG (P) Sorabia Crostwitz, die 1983 eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 2940 ha bearbeitete. Davon waren 86 % Ackerland, das zu 51 % mit Weizen, Roggen und Gerste und zu 17 % mit Kartoffeln angebaut war.

1980

Der polnische Baubetrieb KPBP KRAKBUD baute ein 6 m hohes Monument, das eine Adlerschwinge aus Beton darstellt, die der Dresdner Künstler Johannes Peschel entwarf. Mit einem beeindruckenden Freundschaftstreffen wurde am Sonnabend, dem 7. Juni, in der sorbischen Gemeinde Crostwitz ein anlässlich des 35. Jahrestages der Befreiung vom Hitlerfaschismus neu gestaltetes Ehrenmal für die im Kampf gefallenen Angehörigen der 2. Polnischen Armee enthüllt. Über 4000 Bürger deutscher und sorbischer Nationalität der Kreise Kamenz und Bautzen sowie polnische Kriegsveteranen, Werktätige und Studenten hatten sich an jener Stätte zusammengefunden.

111 Reiter nahmen an der Osterprozession teil.

1982

Bis 1983 baute die Kirchgemeinde in freiwilligen Arbeitsstunden die Scheune der Pfarrei zum „Hornighaus“ um. Es soll ein Haus der Begegnung werden. Gleichzeitig ist es geplant, in ihm Gottesdienste zu halten, da in den nächsten Jahren die Kirche von innen vollständig renoviert werden soll.

1983

In den Jahren 1983 bis 1985 wurde die Energieleitung von KFL Panschwitz bis in die Dorfmitte von Crostwitz verlegt und es wurden drei Trafostationen gebaut. Wert: 520.000,00 Mark

Der 216 m hohe Galgenberg östlich von Crostwitz gehört zu einem Höhenzug, der von N nach S verläuft. Das Gehölz in der Flur südwestlich von Crostwitz wurde früher als Niederwald genutzt und wächst seit Jahren zu einem vielschichtigen Hochwald mit Linde, Eiche, Birke und anderen Baumarten aus. Neben Hase, Reh, Fuchs, Dachs und Wildkaninchen konnte der Naturschutzmitarbeiter Hans-Jürgen Flake 1983 unter 36 Vogelarten die Nachtigall nachweisen.

1984

105 Osterreiter verkündeten die frohe Botschaft der Auferstehung Christi.

Durch Neubauten stieg die Zahl der Wohnhäuser in Crostwitz auf 136 gegenüber 87 im Jahre 1949.

1985

Es wurde die Dorfapotheke im Wert von 40.000,00 Mark modernisiert.

In diesem Jahr wurden die Feuerlöschteiche rekonstruiert bzw. neu erbaut in den Orten Crostwitz, Horka und Caseritz im Gesamtwert von 70.000,00 Mark.

Die Crostwitzer Sorbische Polytechnische Oberschule (SPWŠ) wurde mit Zentralheizung ausgestattet und eine Klärgrube im Gesamtwert von 120.000,00 Mark geschaffen

Ca. 80 Schüler besuchen zur Zeit den Crostwitzer Schulhort. Zum ersten Mal seit dem Bestehen des Hortes (1958) bekommen die Hortkinder einen eigenen Spielplatz (Klettergerüst, Sandkasten, Rutsche und einen schönen Garten). Dieser entstand auf Initiative der gesamten Lehrerschaft.

Die Gemeinde Crostwitz hat insgesamt 338 Wohnungen, von denen haben 178 Toilette im Haus, 274 mit Bad und Dusche und 55 mit Zentralheizung.

1986

Zum 15. November wird die Rekonstruktion bzw. Erweiterung des Kindergartens abgeschlossen. Nun stehen der Gemeinde 100 Kindergartenplätze zur Verfügung. So kann jedes Kind ab drei Jahre den Kindergarten besuchen.

Im Rahmen des Sport- und Kulturfestes wird nach 3-jähriger Bauzeit ein neuer Rasenplatz (105 x 67,5) m, ein Hartplatz (60 x 40) m, eine 100 m Laufbahn und eine Weitsprunganlage der Öffentlichkeit übergeben.

1986 wurde erstmals die Grenze von 1000 Reitern insgesamt überschritten. In Crostwitz waren es 116 Osterreiter.

1987

In diesem Jahr hatte Crostwitz 655 Einwohner.

Verleihung des Namens „Jurij Chěžka“ an die Crostwitzer Oberschule.

1988

Renovierung der Pfarrkirche bis 1990

Am 2. Januar beginnen mehr als 100 Männer die Bänke, die Empore mit der Orgel, die Treppen und die Beichtstühle abzubauen. In den Wintermonaten wurde in der Pfarrkirche fast jeder Sonnabend zum Arbeiten genutzt. Bis Ostern 1988 wurde in der Kirche noch Gottesdienst gehalten, danach war er im Hornighaus. Ab März diesen Jahres wurden die Fußbodenplatten entfernt, da sie meist gebrochen und verbraucht waren, um für die elektrische Heizung die Kabel zu verlegen. Die alten Platten wurden vor dem Kirchturm und für Gehwege auf dem Friedhof verwendet. Im darauf folgenden Jahr wurde die Kirche von den Malern sorgfältig gereinigt und nach Vorlagen des Denkmalschutzes neu gestrichen.

Im Jahre 1988 wurde die Sebastiansfigur aus dem Jahre 1735 renoviert (das heißt, nach dem Abbild der vorhandenen Figur von 1681 wurde eine neue gefertigt).

Nach dem Abriss des „Nagelhauses“ haben die Gemeindevertreter und Einwohner auf Bürgerinitiative diesen nun daher entstandenen Dorfplatz am Kirchberg gemeinsam gestaltet. Für die derzeit restaurierte Statue wurde das Fundament geschaffen. Die Kosten für den neuen Dorfplatz betragen 20.000,00 DM und für die Statue 15.000,00 DM.

1989

Im April diesen Jahres wurde in VMI-Leistung (Volksmasseninitiative) mit den Arbeiten am Trafohaus begonnen und im Mai war es bereits im Rohbau fertig. Die Schachtungen des Kabelgrabens von Dorfmitte bis zum Sportplatz (ca. 1,5 km) wurden im Anschluss durchgeführt. Dabei war uns die LPG-Pflanzenproduktion mit dem Löffelbagger 14/15 behilflich. Trotzdem war es notwendig, viel mit der Hand zu schachten und zwei Straßendurchörterungen durchzuführen.

Die Gemeinde Crostwitz liegt wie eine Insel im zweisprachigen Gebiet der Lausitz mit ihren 5 Ortsteilen und insgesamt 1.158 Einwohnern inmitten großer Felder und Wälder. Die Zahl der Pkws in unserer Gemeinde ist nicht gering. In Crostwitz sind es 152, in Horka 107, in Prautitz 22, in Nucknitz 20, in Caseritz 9 und in Kopschin 3.

1990
1993
1994
1995-1
1995-2
1995-3
1995-4
1995-5
1995-6
1996
1997-1
1997-2
1997-3
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1998-2
1999

1990

Crostwitz ist die größte katholische sorbische Pfarrgemeinde geblieben. Ihr gehören 4950 katholische Gläubige an.

Im Jahr 1990 konnte man in unserem Ort noch 93 Taufen, 17 Trauungen und lediglich 39 Beerdigungen verzeichnen. Etwa 700 Kinder und Jugendliche nahmen zu dieser Zeit am Religionsunterricht teil. Leider hat die Zahl der Geburten und Taufen nach der politischen und wirtschaftlichen Wende in Deutschland auch hier stark abgenommen.

In diesem Jahr hatte die Crostwitzer Osterreiterprozession 146 Osterreiter. Insgesamt wurden 1207 Reiter gezählt.

Entstehung des ersten Kontaktes zur späteren Partnergemeinde Erbes-Büdesheim.

Auf Grund einer Eigenbedarfskündigung der privaten Räume der Familie Zschornack, in denen die Gemeindeverwaltung von Crostwitz ihren Sitz hatte, war es notwendig sich nach geeigneten Verwaltungsräumen umzusehen. Die Pflanzenproduktion hatte für die Lage des Bürgermeisters Verständnis und stellte ihm zwei kleine Räume zur Verfügung. Schon Ende Juli zogen sie in die neuen Räume ein. Da die Gemeindeverwaltung vorher und auch jetzt keinen Sitzungsraum besitzt, wird im Erbgericht Krautschick im Erdgeschoss ein Zimmer zur Verfügung gestellt, das für Versammlungen aber auch Wahlen genutzt wird.

Am Donnerstag, dem 8. November um 9.00 Uhr eröffnete in Crostwitz die neue Lebensmittelverkaufsstelle, in den Räumen der ehemaligen Gemeindeverwaltung. Die frei gewordenen privaten Räume im Wohnhaus der Familie Zschornack wurden zu einer Verkaufsstelle umgestaltet.

Bau des Energienetzes von Nucknitz durch Prautitz und weiter nach Crostwitz

Im September begann die Firma „Agrobau“ Kamenz mit dem Bau einer Trafostation hinter der Totenhalle. So wurde die Heizung in der Kirche fertiggestellt.

Unsere Dorfbeleuchtung wurde durch die Firma Jakubasch in allen Ortsteilen in Ordnung gebracht.

Am Sonntag, den 23. Dezember wurde in der Kirche zu Crostwitz die neue Orgel von Bischof Reinelt geweiht. Das neue Instrument wurde von der bekannten Orgelbaufirma Eule aus Bautzen gefertigt. Es ist eine mechanische Schleifladenorgel mit 31 Registern auf zwei Manualen und Pedal, drei Normalkoppeln. Klanglich interessante Register der alten Orgel wurden gründlich überholt und mit eingearbeitet. Insgesamt besitzt diese Orgel 2220 klingende und 21 nicht klingende Pfeifen. Die größte misst 5,55 m, die kleinste 16 cm. Das Gehäuse der neuen „Königin der Instrumente“ der Crostwitzer Kirche ist aus Kiefer gefertigt, ist 9 m hoch und 7,50 m breit. Der Preis der Orgel, die zu den modernsten Instrumenten der Gegenwart zählt, beträgt rund 500 000 DM.

1991

Gegenwärtig besuchen ca. 70 Kinder aus den umliegenden Orten den Kindergarten in Crostwitz.

Der Abwasserzweckverband „Am Klosterwasser“ wurde am 05.03.1991 von den Gemeinden Crostwitz, Panschwitz-Kuckau, Räckelwitz, Rosenthal, Ostro, Ralbitz, Uhyst a.T. und Burkau gegründet. Der Zweckverband lässt die zur Erfüllung der Verbandsaufgaben notwendigen Anlagen und Einrichtungen planen, erstellen, betreiben und erneuern.

Es reiten 136 Osterreiter.

Am 1. Mai Beginn der Baumaßnahmen an der Trinkwasserleitung. Parallel zur Trinkwasserleitung werden die Erdgasleitungen in Crostwitz und Prautitz durch die Firma Schwarze Elster AG verlegt.

Am Ostersonntag wurde der Partnerschaftsvertrag zwischen den Gemeinden Crostwitz und Erbes-Büdesheim (Landkreis Alzey-Worms) in Horka unterzeichnet. Die beiden Bürgermeister, Peter Scholze für Crostwitz und Ludwig Jakobs für die Partnergemeinde, setzten im Beisein von Abgeordneten der beiden Gemeindeparlamente und von Vertretern verschiedener Vereine ihre Unterschriften unter das wichtige Papier.

Durch die Arbeiter der ABM wird die Baracke, die bisher das Domizil der Kinderkrippe war, zum Verwaltungsgebäude umgebaut. Am 27. September 1991 zog die Verwaltung der Gemeinde Crostwitz von Lebsa (Hornigstraße) in die ehemalige Kinderkrippe um.

Durch Fördermittel war der Bau der Trinkwasserleitung von Crostwitz nach Caseritz möglich und konnte bis Ende des Jahres zum größten Teil abgeschlossen werden.

1992

Für die Bereitstellung einer der DIN entsprechenden Trinkwasserversorgung sowie kontinuierlichen Weiterführung der Sanierung am vorhandenen Ortsnetz und Neubau von Ortsleitungen in der Gemeinde Crostwitz macht es sich erforderlich, dem „Trinkwasserzweckverband Kamenz“ beizutreten.

In diesem Jahr wurden in Crostwitz 1.153 Einwohner gezählt.

Crostwitz muss eine sorbische Mittelschule bekommen

Diese Problemstellung war mit ein Grund für den Besuch der Kulturministerin von Sachsen, Stefanie Rehm, im Landkreis Kamenz. Wie ist die Ausgangssituation? Crostwitz hat eine Schule, in der derzeit 221 Schüler in 13 Klassen lernen. Sie kommen aus 20 Dörfern der Umgebung. Die Einrichtung einer Grund- und Mittelschule ist von enormer Wichtigkeit, auch wenn es in diesem besonderen Fall Abweichungen vom Gesetz geben müsse.

Rekonstruktion des Gemeindewohnhauses auf der Hornigstraße 6, Sanierung der Fenster und Sanitärmodernisierung (57 TDM) Fördermittel

Beginn der Trinkwasserleitungsverlegung auf der Westseite von Crostwitz (Robel, G. Schlichting) mit ABM-Kräften

Die Gemeindevertretung beschließt auf der Grundlage des Kommunalverfassungsgesetzes den Beitritt der Gemeinde Crostwitz zum „Zweckverband Freibad Caseritz“.

1993

In diesem Jahr werden 1.160 Einwohner in Crostwitz gezählt.

Die Pfarrei Crostwitz ist auch heute mit ihren 36 Ortschaften und fast 5.000 Katholiken eine der bedeutendsten Pfarreien des Bistums Dresden-Meißen.

Privatisierung der Crostwitzer Schulküche

Am 04.12.1993 erfolgt die feierliche Grundsteinlegung der Mehrzweckhalle Jednota. Als Vertreter wichtiger Gremien sind unter anderem Landrätin Andrea Fischer, CDU-Bundestagsabgeordneter Ulrich Klinkert aus Wittichenau und der Sächsische Kultusminister Friedbert Groß anwesend.

Baubeginn der Grundschule

1994

Die Zahl der Kommunen wächst, die aus finanziellen Gründen ihre Kindereinrichtungen einem freien Träger übergeben. Das Christlich-Soziale Bildungswerk Ostsachsen e.V. Miltitz ist einer davon. Er übernahm am 1. Juli 1994 die Kindertagesstätte Crostwitz und den Schulhort.

Die gewählten Gemeinderäte trafen sich am Donnerstag, dem 22. September zu ihrer konstituierenden Sitzung. In dieser Sitzung wurde unter anderem der Entwurf einer neuen Hauptsatzung sowie eine darauf basierende Geschäftsordnung diskutiert und beschlossen. Beide Dokumente fixieren jetzt die neuen Verhältnisse in der Führung der Gemeinde: Der Bürgermeister ist nicht mehr haupt-- sondern ehrenamtlich tätig.

Trinkwasser und Gas liegen in Crostwitz an

Zurzeit wird die Sanierung des Trinkwassernetzes beendet und die fertigen Anlagen dem Trinkwasserzweckverband Kamenz übergeben. Damit erhält ab 1. Januar 1995 der Verband den Wasserzins. Nach der Wende war mit dem Vorhaben in eigener Regie begonnen worden, das keine Förderung erhielt. Ein Kredit musste aufgenommen werden. Gemeindearbeiter leisteten vieles selbst. Damit sanken die Kosten. Die Haushalte erhielten Wasseruhren. Gleichzeitig wurden die Arbeiten für den Erdgasanschluss ausgeführt. Seit voriger Woche werden die Haushalte versorgt. Bürgermeister Peter Scholze schätzt den Gesamtwert auf 750 000 DM bis 800 000 DM.

1995

Erwartungsvoll betraten die Schüler am Montag, den 27.02.1995 zum Schulbeginn ihr nagelneues Schulhaus. Nicht nur das Gebäude mit den fünf Klassenzimmern, Waschräumen und Toiletten ist neu, auch Tische, Stühle und die Tafeln durften sie erstmals benutzen. Bürgermeister Peter Scholze wünschte Schülern und Lehrern viel Freude und Erfolg beim Lernen und Lehren und Pfarrer Monsignore Salowski weihte die Lehrstätte für die 99 Grundschüler ein.

Am 3 Juni fand die feierliche Übergabe der Mehrzweckhalle „Jednota“ statt. Der Saal war bei den Einweihungs- und Übergabefeierlichkeit mit mehreren hundert Einwohnern, Neugierigen aus der Nachbarschaft und zahlreichen Gästen gefüllt. Mit einem bunten Kulturprogramm wurde die feierliche Übergabe umrahmt. Architekt Klaus Kappler, der ein ähnliches Gebäude in der Partnergemeinde Erbes-Büdesheim schon entworfen hatte, nannte ein paar Daten zu diesem Dorfgemeinschaftshaus für Feste, Sport, Kultur und schulische Belange: 14 Monate Bauzeit, reine Holzkonstruktion, 2 500 m2 Dachziegel verlegt, 1 650 m2 Nutzfläche. Regierungspräsident Helmut Weidelener brachte neben herzlichen Worten ein entscheidendes Papier aus Dresden mit: einen abermaligen Zuwendungsbescheid über 840.000 DM, begründet mit „Aufrüstung für touristische Nutzung“. Monsignore Martin Salowski, Pfarrer der Kirchgemeinde, weihte das Haus, das zuvor den Namen „Jednota“ erhalten hatte. Jednota bedeutet Einigkeit, Einheit.

Das I. Internationales Folklorefestival „Lausitz ’95“ fand vom 22. bis 25. Juni statt.

Vom 11. bis 13. August 1995 feierte die Kirchgemeinde ihr 770-jähriges Bestehen.

1996

In dem Schuljahr 1996/97 besuchten

106 Schüler die Grundschule, davon 32 Schüler aus den Nachbargemeinden

136 Schüler die Mittelschule, davon 42 Schüler aus den Nachbargemeinden

40 Schüler besuchten den Schulhort, davon 11 Schüler aus den Nachbargemeinden

Laut Gemeindestatistik sind in unserem Ort 319 weibliche und 304 männliche Personen.

Zur Freude der jüngsten Dorfbewohner hatten Schüler der Crostwitzer Mittelschule in ihrem Technikunterricht Spielgeräte gebaut. Die Gemeinde musste nur das Grundstück hinter dem ehemaligen Gemeindeamt und jetzigen Jugendclub vorbereiten und das Material besorgen. In Summe ein finanzieller Aufwand von lediglich 6 000 Mark.

Unsere komplett sanierte Kita konnte nach viermonatiger Bauzeit am 28.Oktober übergeben werden. Monsignore Martin Salowski, Pfarrer der Kirchgemeinde, segnete die erneuerte Kindertagesstätte. 300 000 Mark kostete die Sanierung. Den größten Teil von 200 000 Mark übernahm das Aktionsprogramm „Ländlicher Raum“, das zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Dörfern beiträgt und vom Sächsischen Staatsministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten initiiert und getragen wird. Je 50 000 Mark steuerten die Gemeinde und das Christlich-Soziale Bildungswerk (CSB) als Träger der Einrichtung bei.

Laut Statistik waren in diesem Jahr in Crostwitz die meisten Osterreiter. 187 Reiter begaben sich auf den Weg zum Kloster Sankt Marienstern.

1997

Das neue Gemeindeamt im ehemaligen ländlichen Einkaufszentrum ist nun fertig umgebaut. Am Donnerstag, dem 19.06.1997 tagte der Gemeinderat erstmals im neu entstandenen Sitzungsaal. Gleichzeitig entschied sich der Rat, dem Haus den Namen „Łužica“ zu geben. Sechs Bürgervorschläge lagen dazu vor.

Am 1. Juli pflegten die Teilnehmer des deutsch-polnischen Jugendcamps die Gedenkstätte in unserem Ort. Danach legten sie im Beisein des polnischen Generalkonsuls Dr. Bogumil Krol einen Kranz nieder und brachten eine Messingplatte an. Sie trägt die Inschrift „Diese Stätte wird von der Bundeswehr und der polnischen Armee gepflegt. Deutsch-Polnische Jugendbegegnung Dresden 1997“.

II. Internationales Folklorefestival „Lausitz ’97“ fand vom 18. bis 20. Juli statt.

1998

Zum ersten Mal reiten die Crostwitzer Osterreiter von Panschwitz-Kuckau über Höflein, Räckelwitz und Caseritz nach Crostwitz. Es waren 200.

Eine große illegalen Giftmüllkippe wurde in Crostwitz entdeckt. Unter dem Deckmantel des Recyclingbetriebes wurden vor allem Leichtschredderabfälle kurzerhand in ein ehemaliges Kiesloch verkippt. Dabei soll es sich um Abfälle von Auto- und Elektronikschredder handeln, die mit Mineralöl-Kohlenwasserstoffen sowie PCB belastet sind. Dies wurde vom Regierungspräsidium Dresden bestätigt.

Die Chronik der Kirche hat Monsignore Martin Salowski vor längerer Zeit auf dem Boden der alten Schule gefunden. Dieses Wertstück, in dem die ersten Eintragungen aus dem Jahre 1681 stammen, war stark beschädigt. Er hat sie neu binden lassen, sodass sie wieder als ordentliches Buch vorliegt. Die letzten Eintragungen waren aus dem Jahre 1932. Es fehlen Eintragungen der letzten 65 Jahre, diese möchte Monsignore Martin Salowski in sorbischer Sprache nachtragen. Die bisherigen Niederschriften sind in lateinischer, deutscher und sorbischer Sprache.

Pfarrer Clemens Rehor hat am Sonntag, dem 12. Juli nach der Andacht die vollständig renovierte Pfarrei geweiht. Die Arbeiten zogen sich von Oktober des Vorjahres bis jetzt hin. Wobei die Pfarrei von außen wie innen auf den heute erforderlichen Standard gebracht wurde. Die Außenfassade erhielt den gleichen Anstrich wie zum Ende des vergangenen Jahrhunderts. In der 1881 erbauten Pfarrei wurden in den letzten 120 Jahren nur Kleinigkeiten verändert, so war ein gründlicher Umbau erforderlich. Er erfolgte unter der fachlichen Anleitung vom Architekt Herrn Sauer aus Doberschütz. Der Großteil der Arbeiten wurde von der Kirchgemeinde in Eigenleistung erbracht.

Es wird ein Straßenabschnitt der Hornigstraße zwischen der Kreuzung und Schule nach grundlegender Erneuerung und Verlegen der Abwasserleitung fertig gestellt.

Die Straßendecke auf dem Weg an der Satkula zum Denkmal wurde bis zum 4. September nach Verlegen der Abwasserleitung erneuert.

Im September beginnt der Abriss der Friedhofshalle. Vorübergehend wird ein Teil des Hornighauses als Friedhofshalle genutzt.

Seit Juli diesen Jahres wird die Straße von Crostwitz in Richtung Gränze grundlegend erneuert, verbreitert und teilweise verlegt. Die Kosten betragen 2,09 Millionen Mark.

Die 23. Sitzung des Kreistages fand am 2. Dezember in unserer Mehrzweckhalle statt. Das wichtigste Thema für unsere Gemeinde war sicherlich der geplante Neubau des Altenheimes in Crostwitz. Die Hoffnungen wurden auch erfüllt, denn es gibt nun grünes Licht für den so notwendigen Bau.

Im Schuljahr 1998/99 besuchten 99 Schüler die Grundschule und 119 Schüler die Mittelschule.

Europa wächst auch auf der niederen Ebene zusammen. Großes Interesse auf Zusammenarbeit mit dem Kommunen in der Lausitz hat der polnische Stadtrat und Bürgermeister von Leśnica. Er besuchte unter anderem die Crostwitzer Gemeinde.

1999

Im April 1999 wurde die Feuerwehrsatzung der Gemeinde Crostwitz überarbeitet und somit hat die Gemeinde Crostwitz drei Ortswehren mit Ortswehrleitern und einen Gemeindewehrleiter, den Kameraden Peter Suchy aus Crostwitz.

206 Osterreiter begaben sich dieses Jahr auf den Weg zum Kloster Sankt Marienstern.

Am 4.Juli 1999 fand die Einweihung der neuen Friedhofshalle statt. Die Mitglieder der Kirchgemeinde haben am Bau der neuen Friedhofshalle viele Stunden unentgeltlich gearbeitet.

Das III. Internationale Folklorefestival „Lausitz 99“ findet vom 22. bis 25. Juli in Crostwitz statt.

Bereits zum vierten Mal findet vom 27. Juli bis zum 3. August ein deutsch-polnisches Jugendcamp statt. Soldaten des Verteidigungsbezirkskommandos 76 Dresden und der 23. Artilleriebrigade Boleslawiec (Bunzlau) nutzen diese Tage, um in der Oberlausitz Soldatengräber sowie einige Gedenkstätten und Denkmale der Mahnung zu pflegen. Am Freitag waren die jungen Leute in Crostwitz. Sie säuberten am dortigen Ehrendenkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten der 2. Polnischen Armee die Anlagen, Wege und Rabatten. Am Nachmittag wurde der gefallenen Soldaten gedacht. Der deutsche Unteroffizier André Reiter und der polnische Soldat Jacek Zelichowski legten am Denkmal einen Kranz nieder. Ein Gebet sowohl in deutscher Sprache, durch Pfarrer Clemens Rehor als auch in Polnisch durch Dekan Jaroslaw Zabłocki folgte.

In Crostwitz erfolgt zur Zeit ein gezielter, sorgfältiger Rückbau des Hauses Zschieschang (Handke). Dieses rund 300 Jahre alte Fachwerkhaus (auf Gärtners Grundstück) ist ein historisches Unikat. Es wird in Crostwitz abgetragen und soll in Nebelschütz wieder original aufgebaut werden. In Nebelschütz wird ein sorbisches Informations- und Touristenzentrum ausgebaut.

Am 10. Dezember haben Vertreter der Baufirmen und der Meißner Straßenbaubehörde den zweiten Teil der vollständig erneuerten Straße zwischen Crostwitz und Zerna übergeben. Die Behörde dankte den Firmen für die gut ausgeführten Arbeiten auf dem 2,5 km langen Abschnitt.

Landrätin Andrea Fischer erklärte am 15. Dezember 1999 vor den Bürgermeistern der fünf zweisprachigen Gemeinden Ralbitz-Rosenthal, Crostwitz, Räckelwitz, Nebelschütz und Panschwitz-Kuckau sowie vor Vertretern des Regionalschulamtes und des Sorbischen Schulvereins, dass angesichts der sinkenden Schülerzahlen eine einzige sorbische Mittelschule künftig ausreichen würde. Das Sächsische Kultusministerium indes hat den beiden einzigen rein sorbischen Mittelschulen in Ralbitz und Crostwitz - alle anderen haben parallel deutsche und sorbische Klassen - aus eben diesem Grunde per Brief die Schließung ab kommendem Schuljahr angekündigt.

Der Crostwitzer Pfarrgemeinderat kämpft um die Erhaltung der beiden Sorbischen Mittelschulen. Schon vor Weihnachten wandten sie sich in einem Brief an Herrn Bischof Joachim Reinelt und baten ihm um aktive Unterstützung.

In seiner Silvesterpredigt mahnte Herr Pfarrer Clemens Rehor die Gläubigen und rief alle zum Kampf gegen die Schließung der beiden Sorbischen Mittelschulen auf.

Große Elternversammlung wegen beabsichtigter Schließung sorbischer Mittelschulen

Die Sorge um ihre Kinder, deren Bildung und die Sorge um ihr Volk trieb am Dienstagabend, dem 11. Januar 2000, zahlreiche Sorben in die Crostwitzer Mehrzweckhalle. Betroffene sorbische Eltern aus Crostwitz und Umgebung schlossen sich zu einer Elterninitiative zusammen, zu der rund 600 Teilnehmer gekommen waren.

Jana Markowa, Vertreterin der Initiative, begrüßte neben den Bürgermeistern der zweisprachigen Gemeinden auch Landrätin Andrea Fischer, den Vertreter des Kreiselternbeirates Wolfram Sembdner, sowie den Vertreter des Regionalschulamtes Gerd Schönfeld in Crostwitz.

Klar war, dass in Crostwitz keine Entscheidungen getroffen werden würden. Während die Grundschulen noch einzügig betrieben werden dürfen, ist bei den Mittelschulen Zweizügigkeit festgelegt. Einzügige Schulen gibt es hier nur in Ausnahmefällen, eine davon wird derzeit in Crostwitz praktiziert. Mittels Folien zeigte die Vorsitzende des Sorbischen Schulvereins, Ludmila Budarjowa, die Abnahme der Schülerzahlen von derzeit insgesamt ca. 1.200 auf ca. 600 im Schuljahr 2007/2008.

Landrätin A. Fischer sagte sich deutlich für die Erziehung als Aufgabe des Staates aus. Ihr Vorschlag lief auf eine Trennung von der A/B-Profilierung hinaus. Sie befürwortete eine Umsetzung des WITAJ-Modells über die Kitas hinaus an den sorbischen Schulen, was ja auch der Sorbische Schulverein anstrebt.

2003
2004-1
2004-2
2005-1
2005-2
2006-1
2006-2
2006-3
2006-4
2006-5
2006-7
2006-8
2006-9
2006-10
2006-11
2006-12
2006-13
2006-14

2000

Am 20. Januar wurde in der Crostwitzer Pfarrkirche vom Herrn Pfarrer Clemens Rehor ein neuer Altar eingeweiht, welcher dem hl. Sebastian gewidmet ist.

Vor dem Bautzener Hotel „Holiday Inn“, dem Sitzungsort der Klausur der CDU-Landtagsfraktion, demonstrieren am 26. Januar 2000, ca. 400 sorbische Schüler, Lehrer, Eltern und Vertreter sorbischer Verbände gegen die drohende Schließung ihrer Schulen.

In einem Schreiben, dass den Politikern übergeben wird, fordern der amtierende Vorsitzende der Domowina, Fritz Kschammer und die Vorsitzende des Sorbischen Schulvereins, Ludmila Budar, die „Rücknahme der vom Staatsministerium für Kultus angedrohten schrittweisen Schließung der sorbischen Mittelschulen Crostwitz und Ralbitz, der beiden einzigen sorbischen Mittelschulen auf der Welt.“

Im Anschlusss an die Demonstration fand ein internes Gespräch zwischen den sorbischen Bürgermeistern des Kreises Kamenz und dem Kultusminister Matthias Rößler und dem Wissenschaft- und Kulturminister Hans-Joachim Mayer statt. Der Minister Rößler hofft auf eine einvernehmliche Lösung, die Bürgermeister zeigten sich enttäuscht. Aufgrund der zurückgehenden Schülerzahlen sieht das Ministerium auch in den sorbischen Gemeinden Handlungsbedarf. Aus diesem Grund ging ein Schreiben nach Crostwitz und Ralbitz, in dem die Schließungsabsicht genannt ist. Bis Mitte Februar sind die Schulträger aufgefordert, eine Stellungnahme dazu abzugeben.

Auf der Tagesordnung der Zweckverbandsversammlung des Caseritzer Freibades standen am Montag, den 20.03. in Crostwitz die Bilanz des Jahres 1999 sowie die finanzielle und personelle Vorbereitung der diesjährigen Badesaison. Die verflossenen zwölf Monate gehen als Pechjahr in die Geschichte ein. Gleich zur Baderöffnung gab es eine langwierige Havarie im Wassersystem, die für den Verlust von über 100.000 Mark sorgte.

In Crostwitz wird in den nächsten beiden Schuljahren nur eine 5. Klasse zusammenkommen. Bisher hat das Dank einer Ausnahmegenehmigung gereicht. Und die gilt auch im kommenden Schuljahr. 24 Schüler sind in Crostwitz und sogar 34 in Ralbitz für die neuen fünften Klassen angemeldet worden. „Es bleibt vorerst alles beim Alten“, verspricht das Regionalschulamt in Bautzen.

Laut Gemeindestatistik sind in unserem Ort 316 weibliche und 313 männliche Personen sowie 198 Haushalte.

Im Jahr 2000 gab es in Crostwitz 205 Osterreiter.

Am Montag, dem 08.05. jährte sich zum 55. Mal der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus. Der Cyril-Methodius-Verein in Bautzen lädt aus diesem Grund am 05.05. zu einer Gedenkveranstaltung an das Ehrenmal für die gefallenen polnischen Soldaten nach Crostwitz ein. Den Auftakt bildet 19 Uhr ein Gottesdienst in der Crostwitzer Kirche, an dem unter anderem der Generalvikar des Bischofs von Legnice Wladyslaw Bochnak und der polnische Generalkonsul Jan Granat teilnehmen.

Statistik der Sorbischen Mittelschule Crostwitz:

Anzahl der Schüler: 122

Anzahl der Lehrer: 11

Anzahl der Klassen: 6

Investitionen seit 1990: 350 000 DM

Auch in diesem Jahr war unser Freibad mit zwei Bademeistern und 6 Saisonarbeitern auf den Ansturm der Badelustigen eingestellt. Aber leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn es ist kein Sommer im Juli gewesen. Sehr oft hat es ergiebig geregnet und es ist für die Jahreszeit zu kalt (Tagestemperaturen liegen teilweise bei 15°C und die Nachttemperaturen fielen bis auf 6°C).

An unserer Kapelle mitten im Dorf standen bis zur letzten Woche noch 4 wohlgewachsene Kastanien. Aufgrund ihrer Größe begannen sie durch ihre Wurzeln das Gemäuer der Kapelle zu beschädigen. Am Dienstag, dem 19.03., hat derGemeindearbeiter Herr Johann Ziesch vier schöne Lindenbäumchen gepflanzt.

2002

18.09. Gründung des Dorfvereins Crostwitz.

Erneuerung der Fußböden, Umgestaltung Gartengelände sowie Anschaffung eines Spielplatzes für die Kindertagesstätte Crostwitz.

2003

Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges für die Freiwillige Feuerwehr im Wert von 80.000€.

Sanierung des Daches und Anbringen einer Blitzschutzanlage am Gebäude der Kindertagesstätte.

Erneuerung der Sirenenanlage.

2004

Die Brücke am Denkmal wird ausgebessert und das anliegende Ufer der Satkula mit Steinen verschönert.

(Ab 2004) Umbau, Sanierung und Ausstattung des Dorf- und Jugendclubs Crostwitz. Die Bauarbeiten erfolgten im Wesentlichen über Eigenleistung der Jugend- und Dorfclubmitglieder. Zusätzliche Unterstützung durch Sponsoring der ewag Kamenz.

Sanierung des Daches und teilweise Erneuerung der Sanitärinstallation am Gebäude der Kindertagesstätte.

Beim Abriss des alten Schulgebäudes wurden Kreuzsteine gefunden, die das Bestehen des Christentums im Bereich Crostwitz bereits im 11./12. Jahrhundert nahelegen. Nähere Informationen dazu bietet das zu diesen Steinen erstellte Gutachten des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden.

2005

Das Schnittgerinne des Denkmalweges wird auf dem Abschnitt unmittelbar vor dem Denkmal erneuert.

Die Straße auf dem Kirchberg wird erneuert, es werden zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen und die Beleuchtung wird ausgebaut.

Der Platz um die Kapelle wird gepflastert und die anliegende Straße erneuert.

Für die Grundschule wird neue Computertechnik angeschafft.

Neu- und Ausbau der Beleuchtung am Denkmalweg, am Wiesenweg und teilweise an der Hornigstraße.

2007

Aus Kapazitätsgründen musste der Hort aus der Kindertagesstätte in die Räume der ehemaligen Mittelschule umziehen. Dazu erfolgten Umbaumaßnahmen in vier ehemaligen Klassenräumen.

2008

Bau des Buswartehäuschens in Crostwitz.

Anfertigung von Gedenktafeln für die Gefallenen des 2. Weltkrieges an der Kapelle in Crostwitz (teilweise über Spendenzahlungen)

Grundhafter Umbau eines Klassenraumes der ehemaligen Mittelschule zur Kinderküche für die Grundschule und den Hort.

Ausstattung der Kinderküche und eines Teiles der Horträume mit Möbeln.

Verlegung der Straßenbeleuchtung auf dem Kirchberg.

2009

Anschaffung von Spielgeräten für den Spielplatz an der Grundschule.

Anschaffung von Mobiliar für die Grundschule.

Energetische Dachsanierung am Gebäude der ehemaligen Mittelschule (über Konjunkturpaket II).

 Grundhafte Erneuerung des Sportplatzes in Crostwitz.

Die Beseitigung von Hochwasserschäden auf dem Gelände der Kindertagesstätte umfasste die Absicherung der Sandkästen mit Bordsteinen und das neue Befüllen dieser mit feinem Sand.

Historische Funde

Die Fundsituation

 

Beim Abriss des alten Schulgebäudes wurden am 2. Februar 2004 vier mehrere hundert Kilogramm schwere Steine geborgen, die ein Schlaglicht auf den bedeutendsten Epochenwandel des Mittelalters werfen. Sie waren bei der Errichtung des Schulgebäudes in der frühen Neuzeit in die Fundamente verbaut worden.

 

Die Steine und ihre Bedeutung

 

Die drei mannslangen aus Granit geschlagenen Steine und das Bruchstück eines vierten, ursprünglich ebenso großen Exemplares erscheinen auf den ersten Blick unförmig und roh bearbeitet. Beim genaueren Hinsehen zeichnen sie sich jedoch durch eingemeißelte bzw. herausgearbeitete Kreuzdarstellungen aus. Von anderen Orten Sachsen sind derartige Steine in Zusammenhang mit Friedhöfen des 11. und 12. Jahrhunderts bekannt. Damit zählen sie zu den ältesten Zeugnissen des damals in Sachsen noch jungen christlichen Glaubens, der sich jedoch schon vollständig gegenüber den heidnischen Bekenntnissen der einheimischen Sorben durchgesetzt hatte. So sind die Kreuzsteine auch als Hinweis auf die erfolgreiche Verbreitung der neuen Religion anzusehen. Wer die Überbringer des neuen Glaubens waren, lässt sich mit Hilfe der eher dürftigen schriftlichen Überlieferungen jedoch nicht erschließen. Umso wichtiger sind Funde wie die Kreuzsteine von Crostwitz. Historiker nehmen an, dass die hier angesiedelte Pfarrei eine der frühen Missionsstützpunkte der Oberlausitz war.

 

Der alte Stein von Crostwitz

 

Den vier Neufunden lässt sich ein weiterer Kreuzstein aus Crostwitz zur Seite stellen. Er wurde früher als Grenzstein des zum Zisterzienserinnenkloster Marienstern gehörigen Klosterlandes angesehen. Mittlerweile ist seine ursprüngliche Funktion als Grabstein unstrittig.

 

Die Verwendung der Kreuzsteine

 

Die Steine dienten als sichtbare Abdeckung von Gräbern und wurden von den Angehörigen der hier Bestatteten während des regelmäßig wiederkehrenden Totengedenks aufgesucht. Bei dieser Gelegenheit wurden wahrscheinlich die kleinen Eintiefungen, sogenannte „Schälchen”, in einen der Steine gemeißelt. Die Kreuzdarstellung hingegen, ebenso wie Kreis und Beil auf einem der Steine, schmückten von Anfang an die Steinoberseiten. Darstellungen von Handwerksgeräten auf hochmittelalterlichen Grabsteinen sind geläufig. Sie erlauben Rückschlüsse auf den Beruf des Verstorbenen und belegen zugleich das Ansehen, das Handwerker genossen haben.

Einen gänzlich anderen Hintergrund hat hingegen das Crostwitzer Steinkreuz. Es wurde wohl erst im späten Mittelalter als Sühnekreuz für einen Totschlag errichtet.

Im Mai 1934 wurde auf dem Galgenberg ein menschliches Skelett gefunden. Davon zeugen folgende Aufzeichnungen.